Exklusiv-Interview mit Kai Wandschneider, neuer Trainer der HSG Wetzlar
27.03.12 - 00:10
| |
Kai Wandschneider soll die HSG Wetzlar vor dem Abstieg retten. Nach zehn Jahren in Dormagen und einer achtmonatigen Pause hat der Coach die Nachfolge von Trainer Gennadij Chalepo angetreten, der mit der HSG auf Rang 15 abgerutscht war, auf dem die HSG nur noch vier Punkte Vorsprung vor dem Bergischen HC, aber das wesentlich schwerere Restprogramm hat. Keine leichte Aufgabe für Wandschneider, der nach den ersten Einheiten zuversichtlich an die Aufgabe herangeht.
%_helveticafett_%Herr Wandschneider, Sie sind nach acht Monaten Pause zurück in der Bundesliga.%__helveticafett_% Kai Wandschneider: Ja. Als ich in Dormagen aufgehört hatte, brauchte ich diese Pause. Das hatte ich nach zehneinhalb Jahren in Dormagen gespürt. Da ging es sechs Jahre lang entweder um den Aufstieg oder den Klassenerhalt. Das bleibt nicht in den Klamotten hängen. Ich war mental erschöpft. Aber ich habe mich gut regeneriert und eine Schulterverletzung auskuriert, viele Spiele live angeschaut, DVDs und Unterlagen geordnet und mich weitergebildet. Das erste Training bei der HSG am vergangenen Montag war mein erstes Training seit acht Monaten.
%_helveticafett_%Hat es Ihnen gefallen?%__helveticafett_% Ja. Was mir an diesem Job so gut gefällt ist in der Halle zu stehen. Da fallen alle Sorgen von mir ab. Es ist ein Lebenselixier, mit jungen Spielern zu arbeiten. Mein erster Eindruck von der Truppe war gut. Sie ist gut in Schuss, konditionell sehr gut trainiert. Ich freue mich auf die Aufgabe und bin zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt packen. %_helveticafett_%Was macht Sie zuversichtlich?%__helveticafett_% Die Mannschaft ist gut besetzt und verfügt über immense Erfahrung, sodass ich den Nachteil, dass ich nicht viel Zeit habe und dass alles jetzt sofort greifen muss, dadurch ausgleichen kann. Alle wissen, was die Stunde geschlagen hat. Wenn ein Trainer entlassen wird, ist die Mannschaft gefordert. Dann gibt es keine Ausreden. Was ich sehen will, ist bedingungsloser Wille, also Willen, der keine Bedingungen stellt. Gar keine. Wir müssen an einem Strang ziehen und in den neun Wochen fast jeden Tag knallhart arbeiten.
%_helveticafett_%Wo werden Sie ansetzen?%__helveticafett_% Da gibt es einiges. Wetzlar hat eine sehr gute 6:0-Abwehr, aber ich werde auch versuchen, eine Alternative zu entwickeln. Das geht aber nicht in eineinhalb Wochen. Zunächst muss ich auf dem bestehenden Fundament aufbauen. Eine Abwehr sollte sich aber immer auch belohnen - mit Toren, d. h. mit Kontern. Erste, zweite, dritte Welle. Wenn man nur 20 Tore kassiert, wie Wetzlar zuletzt gegen Großwallstadt, muss man mehr Tore erzielen. Auch den Positionsangriff kann man sicher verfeinern. Dann habe ich gehört, dass die Überzahl zuletzt nicht so gut geklappt hat. Ich hole mir Rückmeldungen von den Spielern. Timo Salzer hat mir schon aufgeschrieben, was Wetzlar im Angriff so spielt. Das werde ich mir angucken. An meinem ersten Tag habe ich meine Wohnung bezogen, Taschen ausgepackt und mich vor den Laptop geklemmt. Alexander Finke von der Geschäftsstelle war so nett, mir die letzten sieben Partien der HSG auf einen Stick zu laden. Eines ist aber auch sicher, man kann nicht in zwei Wochen bei Spielern jenseits der 26 grundsätzliche technische Dinge verändern. Das dauert Monate. Mein Ansatz wird daher sein, die Stärken der Spieler herauszustellen. Wir haben in Dormagen 80 Auslösehandlungen entwickelt. Da sind ein paar gute dabei, die wir anwenden werden.
%_helveticafett_%Was ist Ihnen denn in den ersten Trainingseinheiten aufgefallen?%__helveticafett_% Wir brauchen mehr Spieldisziplin in allen Bereichen. Außerdem waren die letzten Niederlagen alle sehr knapp. Wir müssen also etwas tun für die Crunchtime. In diesen Situationen kann man von der Bank aus helfen, wenn man es im Training vorbereitet hat.
- Dramatisches Topspiel: THW wankt, stürzt aber nicht
- Daniel Stephan rügt Nationalspieler
- Mit ERDINGER Weißbräu zum THW Kiel
- Hamburg ringt Löwen nieder
- Neuer Coup: THW Kiel zum neunten Mal Pokalsieger
- Flensburg und Kiel im Pokal-Finale
- Harte Nuss Kiel: Deutsches Duell im Halbfinale
- Begeisterte Zuschauer
- Liga verabschiedet sich in die EM-Pause
- Remis im Nord-Gipfel zwischen Flensburg und HSV


