Mit dem Suppenlöffel nach Wien
Am Samstagabend (Anwurf 20.25 Uhr, Livestream auf www.ehftv.com) geht es um alles oder nichts für den HC Leipzig in der Frauen-Champions League. Trotz drei Siegen auf dem Konto muss mindestens ein Remis im abschließenden Spiel bei CL-Rekordsieger Hypo Niederösterreich her, um erneut in die Hauptrunde der besten acht Mannschaften einzuziehen. Für die zuletzt überragende HCL-Torfrau Katja Schülke ist es sogar von Vorteil, auswärts anzutreten, schließlich hat der deutsche Meister beide bisherigen Partien in der Fremde (in Itxako/Spanien und Debrecen/Ungarn) gewonnen. Gegen Hypo (zwei Punkte hinter dem HCL) setzte es zuhause allerdings eine Niederlage, sollte Leipzig auch das Rückspiel verlieren, wären die dann punktgleichen Österreicher aufgrund des direkten Vergleichs weiter in der „Königinnenklasse“, der HCL würde im Pokalsieger-Wettbewerb weiterspielen.
> Ist ein Auswärtsspiel ein gutes Omen für den HCL?
Katja Schülke: Es sieht danach aus, als ob uns Auswärtsspiele in dieser Saison international eher liegen, was eigentlich unnormal ist. Denn gerade in der Champions League baut man ja eigentlich auf die Heimstärke. Aber es wäre doch genial, wenn wir die Gruppenphase mit drei Auswärtssiegen abschließen könnten. Ich hoffe, dass es für uns in Wien reicht, denn das Weiterkommen ist unser großes Ziel. Wir spielen jedenfalls auf Sieg.
> Im Gegensatz zur Auswärtsstärke war das Hinspiel in Leipzig gegen Hypo das schwächste CL-Spiel dieser Saison, oder?
Wir haben uns das Spiel noch einmal auf Video angeschaut, da ist gar nichts gelaufen, wie es sollte. Wir haben so viele Fehler gemacht und es Hypo ziemlich einfach gemacht, bei uns zu gewinnen. Wir haben leichtfertig zwei Punkte aus der Hand gegeben und sind selbst schuld an der Niederlage. Das müssen wir nun wieder glatt bügeln. Aber ich denke, wir können mit dieser Drucksituation umgehen.
Im Vorjahr war die Konstellation ähnlich – da benötigte Leipzig im abschließenden Heimspiel gegen Trondheim einen Sieg, um weiterzukommen, was dann auch gelang. Ist die vergangene Saison jetzt ein Vorbild?
Ja, es ist exakt die gleiche Situation, nur, dass wir auswärts spielen, was ich nicht als Nachteil sehe. Ich denke, dass ein paar Fans uns begleiten und für Stimmung sorgen werden. Wir sind selbstbewusst genug und bauen auf die Erinnerung an Trondheim. Der Druck ist bei den Mannschaften gleich, ich kann nicht verstehen, warum plötzlich alle sagen, wir stehen unter Druck. Hypo hat die Champions League achtmal gewonnen, die stehen genauso unter Druck, um weiterzukommen.
Personell sieht es wieder etwas besser aus…
Ja, weil Anne Müller wieder dabei ist. Ihre Heilung ging doch deutlich schneller als erwartet – selbst, wenn sie nur ein paar Minuten mitspielen kann, ist das wichtig für die Mannschaft. Rannveig Haugen wird uns leider wohl weiterhin fehlen.
Im Hinspiel gegen Hypo war das Leipziger Prunkstück, die Abwehr, anfällig, wie wichtig ist die Defensive am Samstag?
Die Abwehr ist seit vielen Jahren die Grundlage für unsere Erfolge, daran wollen wir auch in Wien anknüpfen. Beim letzten CL-Spiel gegen Itxako haben wir zuhause 20 Gegentore in 30 Minuten kassiert, mehr als in 60 Minuten in Debrecen. Somit müssen wir uns in der Defensive erheblich steigern. Denn unser Konterspiel baut auf die Ballgewinne in der Abwehr auf. Im Hinspiel gelangen uns weder viele Gegenstöße, noch hat die Abwehr überzeugt.
> Was würde es für Sie persönlich bedeuten, zum zweiten Mal unter den besten acht Club-Teams der Welt zu stehen?
Das wäre ein großartiges Gefühl. Wir glauben an uns, deswegen bin ich optimistisch, dass wir das schaffen. Wir sind mit vier Punkten super gestartet, haben uns dann gegen Hypo die Suppe eingebrockt, die wir nun auslöffeln müssen.
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