Talant Dujshebajev soll Trainer werden - Gille-Brüder vor dem Absprung
24.01.12 - 00:10
| |
Auf dem Weg zurück an die Spitze steht dem zuletzt ins Straucheln geratenen HSV ein Umbruch auf ganz entscheidenden Positionen bevor, der das Gesicht des Clubs nachhaltig verändern wird. Nachfolger des Ende Dezember entlassenen Trainers Per Carlén soll Talant Dujshebajev werden, der mit dem Deutschen Meister nach übereinstimmenden Berichten Hamburger Zeitungen in aussichtsreichen Verhandlungen steht. Zudem werden die Gille-Brüder, zwei Spieler der ersten Stunde und absolute Aushängeschilder des Vereins, den HSV aller Voraussicht nach schon im Sommer auf eigenen Wunsch in Richtung Heimat verlassen.
Das Beste ist dem HSV gerade gut genug. Da verwundert es nicht, dass der aktuelle Tabellendritte der Bundesliga mit Dujshebajev einen neuen Coach an der Angel hat, der mit seinem Verein BM Ciudad Real, der jetzt Atletico Madrid heißt, in den vergangenen sechs Jahren vier Mal die spanische Meisterschaft, vor allem aber drei Mal die Champions League gewonnen hat. Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar hält ihn für die "Optimalbesetzung" für den Trainerstuhl in der Elb-Metropole.
Es gibt den gegenseitigen Wunsch zur Zusammenarbeit - und es gibt ein Angebot. "Ich will nicht lügen. Wir sind in Kontakt. Es gibt dieses Angebot, und ich muss mich jetzt entscheiden", erklärte der gebürtige Kirgise mit spanischem Pass gegenüber der "Hamburger Morgenpost". Das Angebot sei "eine große Ehre und macht mich stolz. Ich habe immer gesagt, dass es mein Traum ist, wieder in der Bundesliga zu arbeiten. Der HSV ist ein großer Verein mit einer Klasse-Mannschaft", schwärmt der 43-Jährige, der gut Deutsch spricht, was dem HSV wichtig ist, nachdem es zwischen dem gefeuerten Per Carlén und der Mannschaft Verständigungsprobleme gegeben hatte.
Ein absoluter Toptrainer
Der HSV indes hält den Ball noch flach, überraschte mit einer Pressemitteilung als Reaktion auf die Medienberichte. "Talant Dujshebajev ist einer der besten Trainer der Welt, da ist es logisch, dass wir uns auch mit ihm unterhalten haben", bestätigte Präsident Martin Schwalb zwar, dementierte aber dessen Favoritenrolle. Der Verein habe mehrere Trainer kontaktiert. "Wir haben unter den Kandidaten aber keine Rangfolge und wir werden, zu gegebener Zeit, unseren Favoriten als neuen Trainer präsentieren."
Zwei absolute Favoriten der HSV stehen dagegen vor dem Absprung. Bertrand und Guillaume Gille zieht es nach zehn Jahren zurück in die Heimat Frankreich - zu ihrem alten Verein Chambéry, von dem aus sie einst nach Hamburg gewechselt waren, und wo ihr jüngerer Bruder Benjamin spielt. Nach französischen Medienberichten lockt der Club Bertrand (33) mit einem Drei-Jahres-Vertrag und Guillaume (35) mit einen Kontrakt für zwei Jahre ab Sommer 2012.
Der HSV Hamburg müsste die Publikumslieblinge allerdings vorzeitig aus ihren bis 2013 laufenden Verträgen lassen. "Ich hoffe, wir können uns über die vertraglichen Dinge nach der EM einigen", wird Bertrand Gille in "Le Dauphiné Libéré" zitiert. Martin Schwalb kündigte Gespräche für die Zeit nach der EM an. Der HSV Hamburg scheint bereit, den Familienvätern ihren Herzenswunsch zu erfüllen.
- Daniel Stephan rügt Nationalspieler
- Mit ERDINGER Weißbräu zum THW Kiel
- Harte Nuss Kiel: Deutsches Duell im Halbfinale
- Dramatisches Topspiel: THW wankt, stürzt aber nicht
- Begeisterte Zuschauer
- Remis im Nord-Gipfel zwischen Flensburg und HSV
- Flensburg und Kiel im Pokal-Finale
- Neuer Coup: THW Kiel zum neunten Mal Pokalsieger
- Umstrittene Pläne: Bundesliga will sich neu erfinden
- Abstiegsangst: Großwallstadt vor letzter Chance


