Totale Ernücherung

Groß war der Jubel im Mai diesen Jahres als die Handballer von Eintracht Hildesheim den Aufstieg in die Toyota-Handball-Bundesliga schafften. Ein wenig überraschend war es schon. Der Topfavorit der 2. Liga Nord hieß damals doch eher GWD Minden. Die Hildesheimer besiegten den Nachbarn aus Nordrhein-Westfalen zweimal und schafften verdient den Einzug in die Belle Etage des deutschen Handballs.

Die Euphorie war groß rund um die Sparkassen-Arena. Und sie wurde noch größer. Mit Volker Mudrow verpflichtete Gerald Oberbeck, der die Eintracht zum Aufstieg führte, seinen absoluten Wunschtrainer. Die Fans setzten große Hoffnungen in den ehemaligen Meistertrainer des TBV Lemgo. Und auch mit den Neuzugängen Vladica Stojanovic (Rückraum-Mitte), Steffen Coßbau (Linksaußen), Morten Slundt (Rückraum) und letztlich Bostjan Hribar (Rückraum-Rechts) schien Manager Oberbeck vielversprechende Spieler an die Innerste geholt zu haben.


Scheidung droht

Ein halbes Jahr später ist die totale Ernüchterung in Hildesheim eingekehrt. Nach 17 Spielen hat das Mudrow-Team nur einen Sieg eingefahren. Mit 2:32-Punkten rangiert Eintracht fast schon abgeschlagen auf dem letzten Platz. Die Neuen haben nicht so eingeschlagen, wie man sich das gewünscht hatte. Vom vor der Saison erträumten Klassenerhalt spricht in Hildesheim niemand mehr. "Die Planungen laufen schon für die 2. Liga", sagte Mudrow nach der 22:31-Niederlage beim THW Kiel. Es scheint so, als ob die 2. Liga in den Planungen des Trainers aber keine Rolle spielen. Eine Scheidung der Wunschehe Eintracht Hildesheim und Volker Mudrow droht. Die Frage ist nur zu welchem Zeitpunkt die Trennung vollzogen wird.