Unglücklich gelaufen

%_helveticafett_%Herr Rühl, wie begründen Sie den Einspruch?%__helveticafett_% Manfred Rühl: Wir sind der Meinung, dass die Annahme der Spielleitenden Stelle, es gäbe zwei Spielberechtigungen, nicht richtig ist. Der Antrag auf Spielberechtigung durch die TSG hätte schon nicht wirksam beschieden werden dürfen, weil dieses Formular unvollständig ausgefüllt war und nicht alle erforderlichen Unterlagen beigefügt wurden. Beispielsweise der Spielerpass und eine Abmeldebescheinigung aus Melsungen, Klimovets letztem Verein. Wir gehen davon aus, dass keine wirksame Spielberechtigung für Haßloch vorlag. %_helveticafett_%Wenn doch?%__helveticafett_% Dann hätte man die besondere Situation, dass Klimovets schon einen Tag nach dem der Antrag unterschrieben wurde, gegenüber dem Vorstand der TSG endgültig erklärt hat: Ich spiele nicht für euch. Daraufhin hätte Haßloch der Passstelle dies mitteilen müssen und den Antrag für hinfällig erklären und den Pass zurücksenden müssen. Die TSG hat den Pass aber einfach mal in die Schublade gelegt. Es gibt also keine wirksame Spielberechtigung für Haßloch. Dies ist der erste Aspekt, es gibt aber noch einen anderen. %_helveticafett_%Welchen denn?%__helveticafett_% Den entscheidenden. Es gibt den Paragraphen 16 der Rechtsordnung des DHB, der lautet: Wenn der Verein und der Spieler im guten Glauben sind, dass es bisher keine wirksame Spielberechtigung gibt, ist auch eine zweite erteilte Spielberechtigung wirksam. Also die für die HSG. Im Bescheid der Spielleitenden Stelle ist ausdrücklich bestätigt, dass die HSG im guten Glauben war. Die HBL bestätigt, dass wir alles getan haben. Sie sagt aber auch, und das ist der Knackpunkt: Klimovets war nicht im guten Glauben. Er wusste, dass er eine Spielberechtigung für Haßloch hat. Da sagen wir: Nein. Er wusste es nicht. Erstens: Er hat am 7. September nur einen Antrag unterzeichnet. Das ist noch keine Genehmigung. Zweitens: Der DHB erteilt keine Spielgenehmigung, es gibt nur einen Pass, der übersandt und unterschrieben wird. Den Pass hat Klimovets nie gesehen oder unterschrieben. Drittens: Am 8. September hat Klimovets der TSG Haßloch mitgeteilt, dass er nicht spielen wird. Für ihn war damit klar, dass der Antrag hinfällig ist. Er konnte davon ausgehen, dass die TSG alles nötige in die Wege leitet. Wir sagen, er war im guten Glauben, als er mit der HSG Wetzlar zusammen den Antrag auf Spielberechtigung unterzeichnet und dort bestätigt hat, dass er keine wirksame Spielberechtigung bei einem anderen Verein hat, dass das so stimmt. Außerdem gab es keinen Grund für ihn, eine mögliche Spielberechtigung zu verschweigen, denn am 6. Februar wäre noch alles zu regeln gewesen bis zum ersten Einsatz am 8. Februar gegen Göppingen. Sich auf den Standpunkt zu stellen, er hat bewusst falsche Angaben gemacht, ist nicht mit gesundem Menschenverstand gewertet, sondern ein Punkt, auf den man nur juristisch konstruiert kommen kann. %_helveticafett_%Das alles ist ziemlich unglücklich gelaufen.%__helveticafett_% Unglücklich ist vor allem, dass die Mitteilung des Pfälzer Handball-Verbandes erst am 16. Februar, einen Tag nach Ende der Wechselfrist, bei der HBL eingegangen ist. Wäre dies früher passiert, wäre zwar der Klimovets-Einsatz am 8. Februar strittig, aber man hätte für den Rest der Saison eine neue Spielberechtigung beantragen und einen normalen Vereinswechsel schaffen können. %_helveticafett_%Denkt die HSG auch an eine Vertragsauflösung?%__helveticafett_% Im Moment ist der Vertrag nicht aufgehoben, weil wir auch die menschliche Seite beachten, aber wir brauchen eine schnelle Lösung, denn wir können Klimovets natürlich nicht bis zum Saisonende dafür bezahlen, dass er bei der HSG trainiert. Aber wir sind absolut optimistisch.