Vorschau auf das VELUX EHF-Champions-League-Viertelfinale - 1, 2 oder 3? Wie viel Deutsche sind in Köln dabei? - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
Vorschau auf das VELUX EHF-Champions-League-Viertelfinale

1, 2 oder 3? Wie viel Deutsche sind in Köln dabei?

Am Samstag und Sonntag entscheiden sich in der Männer-Champions-League die vier Teilnehmer für das VELUX FINAL4 in Köln. Drei deutsche Team haben mehr oder minder große Chancen um den Titel der Königsklasse mitzuspielen, einzig Flensburg ist nach der deutlichen Hinspiel-Niederlage aus dem Rennen. Den Flug nach Köln dürfte der HSV Hamburg hingegen bereits gebucht haben. Die HANDBALLWOCHE analysiert die Chancen des deutschen Quartetts auf dem Weg zum FINAL4 am 28. und 29. Mai.

 

Chekhovskie Medvedi -  HSV Hamburg Samstag, 15.30 Uhr (live auf Eurosport)

Was haben die Russen dem Bundesliga-Tabellenführer nach der 24:38 noch entgegenzusetzen? „Wir wollen zumindest unser Heimspiel gewinnen“, sagt der frühere Löwe Siarhei Harbok. Aber eigentlich hat Chechow die erneute Reise nach Köln nach Platz vier im Vorjahr schon abgehakt. Zu dominant präsentierte sich der HSV vor allem in der zweiten Hälfte des Hinspiels, zu groß ist der Rückstand. Und außerdem spricht auch noch die Statistik für Pascal Hens & Co: Die Hamburger haben beide bisherigen Auswärtsspiele in Russland in den Jahren 2007 und 2008 gewonnen. Trotz des 14-Tore-Polsters warnt allerdings Trainer Martin Schwalb: „Wir haben erst die erste Hälfte absolviert, noch sind wir nicht qualifiziert, wir müssen in Chechow aufpassen und voll konzentriert spielen.“ Dennoch: Egal, wie stark sich die Russen auch in heimischer Halle präsentierten, Hamburg wird in Köln zum ersten Mal dabei sein.

 

Montpellier Agglomeration -  Rhein Neckar Löwen (Samstag, 17 Uhr, live auf Eurosport)

Die Löwen sind optimistisch, die Franzosen eher pessimistisch – und dies, obwohl Montpellier das Hinspiel in Mannheim 29:27 gewonnen hat. „Die Löwen haben weiterhin eine Chance aufs Weiterkommen von 60:40“ – dies sagt ausgerechnet Vid Kavticnik, der Ex-Kieler in Diensten des französischen Meisters. „Die Löwen sind unwahrscheinlich auswärtsstark, da ist noch überhaupt nichts entschieden“, fügt sein früherer und heutiger Mannschaftskamerad Nikola Karabatic an, der zur Begründung auf ein Kieler Resultat im Jahr 2008 verweist: „Wir hatten das Final-Hinspiel in Ciudad Real gewonnen, und die Party in Kiel war vorbereitet. Dann haben wir das Heimspiel verloren und Ciudad Real hat den Titel gewonnen, das kann alles sehr schnell gehen.“  Zudem plagen Montpellier weiterhin Personalsorgen, vier Spieler müssen ersetzt werden, darunter der tunesische Star Issem Tej. Trainer Patrice Canayer hat erneut nur einen Kreisläufer – Luka Karabatic – zur Verfügung. Nicht nur deswegen geben sich die Löwen kämpferisch: „Wir werden nicht noch einmal so viele Fehler machen wie in der zweiten Hälfte des Hinspiels“, sagt Nationalspieler Patrick Groetzki. „Zwei Tore sind nichts im Handball, es kann nach 30 Sekunden schon wieder bei null anfangen“, hofft Spielmacher Zarko Sesum. Trainer Gudmundur Gudmundsson verweist zudem auf starke Auswärtsleistungen in der bisherigen Saison: „Wir haben in Barcelona und Kiel gewonnen, warum sollen wir das nicht auch in Montpellier schaffen?“ Die HW-Prognose: Die Partie ist absolut offen. Montpellier gilt zwar als heimstark, aber wenn die Löwen ähnlich auftreten wie in der ersten Hälfte des Hinspiels haben sie durchaus eine Chance aufs Weiterkommen. Entscheidend ist, die Zahl der Leichtsinnsfehler im Angriff zu reduzieren.

 

Renovalia Ciudad Real -  SG Flensburg-Handewitt  (Sonntag, 17 Uhr, live auf Eurosport)

Nach der 24:38-Heimniederlage haben die Flensburger das Thema Champions League bereits abgehakt – und konzentrieren sich schon auf das DHB-Pokal-Final4 eine Woche später. Alle angeschlagenen Spieler werden in der Arena Don Quichote geschont. Auf der anderen Seite platzt Ciudad Real förmlich vor Selbstvertrauen, nicht nur wegen des Rekord-Auswärtssieg vor einer Woche. Am Dienstag gewann das Team von Trainer Talant Dushebajew den spanischen „clasico“, das ewig junge Duell mit dem FC Barcelona, 30:27, ist in Liga-Heimspielen somit seit fast sieben Jahren ungeschlagen. Und auf internationalem Feld verdeutlichen weitere Zahlen die „mission impossible“ der SG: Seit 1999 spielt Ciudad Real im Europapokal, seitdem gab es erst drei Heimniederlagen – unter anderem im City-Cup-Finale 1999 mit dem 21:26 gegen den späteren Titelträger Flensburg. Seit dem 4. Mai 2008 (Final-Hinspiel gegen Kiel) hat Ciudad keine Heimpartie mehr verloren. „Ich glaube, unsere Gegner haben schon ein bisschen Angst, wenn sie bei uns spielen müssen“, sagt Torwart Jose Hombrados, der eine einfache Rechnung für den Rest der Saison aufgemacht hat: „In Spanien können wir trotz des Erfolgs über Barcelona kein Meister mehr werden, also wollen wir die Titel beim Super Globe und in der Champions League gewinnen. Wir freuen uns auf Köln, haben aber einen großen Wunsch: kein deutscher Halbfinalgegner.“

 

THW Kiel -  FC Barcelona-Borges  (Sonntag, 18.30 Uhr, live auf Eurosport)

Das Spiel der Spiele, die Mutter aller Schlachten – nur dass es diesmal noch nicht um Titel und Pokal, sondern „nur“ um den Einzug ins FINAL4 geht. Zum 18. Mal treffen Kiel und Barcelona im Europapokal aufeinander, im 17. Spiel haben die Katalanen zu Hause mit dem 27:25 vorgelegt. Reicht das im Duell der letztjährigen Finalgegner zum Weiterkommen? Trainer Xavi Pascual jedenfalls bleibt auf dem Boden: „Wir haben noch nichts gewonnen, aber auch noch nichts verloren. Die Chancen sind immer noch 50:50.“ Am Dienstagabend wollten sich die Spanier eigentlich den Schub Extra-Motivation holen, doch nach 26 Siegen in 26 Spielen der spanischen Meisterschaft erwischte es den Tabellenführer: der Meistersekt muss nach dem 27:30 in Ciudad Real zurück in den Kühlschrank. „Das ist schon ein Mörderprogramm: Kiel – Ciudad Real – Kiel in acht Tagen. Aber wir sind Profis und wir müssen da durch“, sagt Rückraumspieler Siarhei Rutenka. Im Gegensatz dazu konnte sich der THW die ganze Woche in aller Ruhe auf das Rückspiel vorbereiten. „Ich hoffe auf noch mehr Lärm in der Halle als wir es gegen Hamburg hatten. Wir brauchen die Fans im Rücken, um weiterzukommen“, sagt Trainer Alfred Gislason. „Wir haben es immer noch selbst in der Hand“, sagt auch Geschäftsführer Uli Derad. Aber Vorsicht: Die letzten beiden CL-Spiele gegen Barcelona konnten die Kieler in der Sparkassen-Arena nicht gewinnen: Im Oktober gab es ein Remis, ein Jahr zuvor eine Heim-Niederlage. HW-Prognose: Eine ähnliche knappe Angelegenheit wie die Partie der Löwen in Montpellier. Hält Thierry Omeyer ähnlich stark wie in Barcelona und tragen die Fans die Mannschaft auf einer Erfolgswelle, ist alles möglich für den THW – allerdings auch das vorzeitige Aus.

 

KOMMENTARE

G.L, 30.04.11, 17:56 Uhr
hoffentlich knallt euch rutenka euer omeyer aus dem tor!!! kiel! müdes publikum!!! mehr »
Chrissy aus Kiel, 29.04.11, 12:12 Uhr
Und wenn ein 2-Meter-Mann wie Rutenka beim kleinsten Luftzug / Schubser hinsinkt, wie ein gefällter Baum, habe ich mehr »
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