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Champions-League: Löwen, HSV und Flensburg zittern vor der Auslosung

Auf deutsches Trio warten Hammergegner

Alle 120 Gruppenspiele sind absolviert, nun geht es in der Champions League ans Eingemachte: Am Karnevalssonntag endete Teil 1 der „Königsklasse“, bereits am Rosenmontag um 19 Uhr werden in Wien die Achtelfinals ausgelost. Und dabei kann es gleich zu einem rein deutschen Duell kommen.

Das Bundesliga-Quartett hatte sich frühzeitig das Weiterkommen gesichert, aber erst am letzten Gruppenspieltag entschieden sich die definitiven Platzierungen – die erheblichen Einfluss auf den weiteren Weg bis hin zum FINAL4 am 28. und 29 Mai in Köln haben. Titelverteidiger THW Kiel ist der einzige deutsche Gruppensieger. Dies stand bereits am Samstagabend nach der Löwen-Niederlage in Chambery fest – das letzte Gruppenspiel in Kielce (36:27) hatte somit keine Bedeutung mehr. Die Löwen in Gruppe A und die SG Flensburg-Handewitt in Gruppe D haben sich jeweils den zweiten Platz gesichert, der HSV Hamburg wurde dank des 32:24 gegen KIF Kolding am Sonntag Gruppendritter. Somit könnten Löwen oder Flensburg im Achtelfinale auf den HSV treffen. Denn die Gruppensieger spielen gegen die Vierten, die Zweiten gegen die Dritten.

Die letzten beiden Achtelfinal-Tickets hatten sich am Samstag Bosna Sarajewo (Bosnien) und Chambery Savoie (Frankreich) gesichert. Bosna profitierte von der St. Petersburger Niederlage in Zagreb, Chambery vom Sieg gegen die Löwen und der gleichzeitigen Niederlage von Celje gegen Barcelona.

Trotz der eigentlich guten Ausgangslage droht vor allem Flensburg und Löwen Ungemach, denn im Topf mit den Drittplatzierten finden sich Topmannschaften wie Hamburg, Barcelona oder Zagreb. Auf den THW warten hingegen ausnahmslos machbare Konkurrenten.

 

Dies sind die potenziellen Gegner der deutschen Mannschaften:

THW Kiel: KIF Kolding (Dänemark), Kadetten Schaffhausen (Schweiz) und Bosna Sarajewo (Bosnien)

Rhein Neckar Löwen: HSV Hamburg, Pick Szeged (Ungarn), RK Zagreb (Kroatien)

SG Flensburg-Handewitt: HSV Hamburg, Pick Szeged (Ungarn), FC Barcelona (Spanien)

HSV Hamburg: Rhein Neckar Löwen, SG Flensburg-Handewitt, Cuatro Rayas Valladolid

 

Drei der vier Gruppensieger – Kiel, Ciudad Real (Spanien) und Chekhovski Medvedi (Russland) - waren im Vorjahr bei der Premiere des FINAL4 in Köln dabei. Und der Gruppensieg bringt viel Vorteile mit sich: Im Achtelfinale (23. März bis 3. April) sowie im Viertelfinale (20. April bis 1. Mai) haben sie Heimrecht im Rückspiel – zudem können die Gruppensieger frühestens beim FINAL4 aufeinander treffen.

 

Am Sonntag sicherte sich Montpellier durch das 30:24 gegen Veszprem den ersten Platz in der „Hamburger“ Gruppe B. Die übrigen Sonntagsspiele waren praktisch bedeutungslos, denn alle übrigen wichtigen Entscheidungen waren in der Partien, die von Mittwoch bis Samstag gespielt wurden, gefallen.

Den Auftakt aus deutscher Sicht hatte die SG Flensburg-Handewitt gemacht. Im Schongang besiegte das Team von Ljubomir Vranjes Bosna Sarajewo mit 25:18 (13:9) und sicherte sich vorzeitig Rang zwei vor Zagreb. Dass es mit dem Gruppensieg nichts wurde, lag am klaren 34:25-Auswärtssieg von Ciudad Real in Constanta, das dem dreifachen CL-Sieger Rang eins bescherte. Weil alle drei Konkurrenten um den vierten Platz ihre abschließenden Partien verloren, war Bosna Sarajewo der glückliche Sieger. Mit fünf Punkten lagen die Bosnier am Ende einen Zähler vor St. Petersburg und Constanta, das überraschende Remis in Zagreb war Gold wert für Bosna.

In der „Todesgruppe A“ hatten die Rhein Neckar Löwen einen schwarzen Tag bei den heimstarken Franzosen aus Chambery. Bis zur Pause (16:17) hielten die Badener noch mit, wurden dann förmlich von Chambery überrannt und lagen phasenweise mit elf Treffern im Hintertreffen. Am Ende hieß es „nur“ 27:32. Weil Barcelona sich nach hartem Kampf mit 30:27 in Celje durchsetzte, bedeutete der Erfolg für die Franzosen den Einzug ins Achtelfinale. Kiel hatte die Partie in Polen bereits zur Pause beim 18:11 entschieden und konnte es nach der Pause locker angehen lassen.

Der HSV präsentierte sich nach der Heimniederlage gegen Montpellier und dem Pflichtsieg in Sävehof deutlich verbessert. Angeführt von Igor Vori und dem sechsfachen Torschützen Michael Kraus sicherte sich der HSV einen klaren 32:24-Erfolg gegen dsie stärker eingeschätzten Dänen aus Kolding, die sich bei ihrem Torwart Ole Erevik bedanken mussten, dass das Resultat nicht noch deutlicher endete. Beim 19:15 durfte Kolding letztmals hoffen, dann folgen sechs HSV-Treffer in Serie, beim 25:15 war die Messe gelesen.

In der Gruppe C war der letzte freie Platz am Donnerstag vergeben worden. In Chekhov sah es aber lange Zeit nach einer Sensation aus, denn CL-Debütant Dinamo Minsk führte bei den Russen, doch vier Sekunden vor dem Abpfiff gelang den „Bären“ der Ausgleichstreffer zum 28:28. Minsk war ausgeschieden, Schaffhausen hatte sich ohne eigenes Zutun das Ticket zum Achtelfinale gesichert, da konnten die Schweizer auch die 26:35-Auswärts-Niederlage in Valladolid verschmerzen. Bedeutungslos war auch das 30:34 von Szeged in Aalborg (Dänemark), denn die Ungarn standen vorzeitig als Gruppendritter fest.