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Barca patzt - THW feiert den Gruppensieg

Die frohe Kunde erreichte Alfred Gislason am späten Samstag Nachmittag. Der Coach des THW Kiel erhielt gleich mehrere SMS mit demselben Inhalt: Der FC Barcelona war bei Kolding IF nicht über ein 25:25-Unentschieden hinausgekommen. Damit war für die Kieler der Weg frei zu Platz 1 in der Gruppe D - vorausgesetzt der Deutsche Meister würde tags drauf seine Pflichtaufgabe gegen Vardar Skopje erledigen. Das taten die Kieler. Mit dem 39:23 (19:13)-Erfolg über den mazedonischen Meister zog der THW mit dem FC Barcelona nach Punkten gleich (beide 17:3) und verdrängte die Katalanen aufgrund des besseren direkten Vergleichs noch von der Tabellenspitze. "Wir sind natürlich sehr zufrieden, dass wir Platz eins noch erreicht haben", sagte THW-Coach Alfred Gislason. "Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht mehr daran geglaubt. Vielen Dank an Kolding, dass sie uns dieses noch ermöglicht haben."

Damit treffen die Kieler im Achtelfinale auf einen Gruppenvierten. Im Lostopf heute in Wien sind HCM Constanta aus Rumänien, RK Gorenje Velenje aus Slowenien oder der FC Kopenhagen aus Dänemark. "Der Gegner ist uns egal. Das Wichtigste ist, dass wir im Rückspiel Heimrecht haben", meinte Kiels Linksaußen Dominik Klein mit Blick auf die Auslosung.

In der Runde der letzten 16 dürfte der deutsche Meister aber mit wesentlich mehr Gegenwehr rechnen als gegen Skopje. Gegen über weite Strecken überforderte Gäste tobten sich die Schützlinge von Trainer Alfred Gislason, abgesehen von der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit, so richtig aus. Nach nur sechs Minuten führten die "Zebras" mit 7:1, in der 13. Minute war der Vorsprung bereits auf neun Tore (12:3) angewachsen. Dem mazedonischen Meister drohte ein Debakel. Doch Gislason nutzte die deutliche Führung, um sein Personal fleißig durchzuwechseln. So gab Daniel Narcisse nach langer Verletzungspause sein Comeback. Auch Tobias Reichmann bekam wieder reichlich Spielanteile. Der Spielfluss ging bei den Gastgebern etwas verloren, Vardar Skopje war bis zum 21:17 (36.) wieder ein ebenbürtiger Gegner. "Wir haben zwar nicht perfekt gespielt, aber eine gute Leistung gezeigt. Wichtig für uns war, dass wir Leute wie Daniel Narcisse wieder in unser Spiel einbinden. Wir nehmen viel Positives für die kommenden Spiele mit", urteilte THW-Coach Gislason, dessen Team in der Schlussphase wieder Fahrt aufnahm und sich nach dem Abpfiff der estnischen Schiedsrichter über einen Kanter- und den kaum noch für möglich gehaltenen Gruppensieg freuen durfte.