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Kieler Prozess

Champions-League-Finale 2000 im Fokus

Im Kieler Handballprozess rückt erstmals auch das Champions-League-Finale des Jahres 2000 in den Fokus.

Am 14. Verhandlungstag soll die Justiziarin der Europäischen Handball-Föderation (EHF), Monika Flixeder, der 5. Großen Strafkammer am Landgericht Kiel als Zeugin über dieses Endspiel Bericht erstatten. Die EHF ist Veranstalter der Champions League. Als weitere Zeugin haben die Richter die aktuelle Geschäftsführerin des THW Kiel, Sabine Holdorf-Schust, geladen.

Das Endspiel im Jahr 2000 zwischen dem FC Barcelona und THW Kiel soll laut Staatsanwaltschaft die Verantwortlichen des THW motiviert haben, ein Finale in der Königsklasse später durch Schiedsrichterbestechung zu beeinflussen. Damals fühlten sich die Clubverantwortlichen und die Profis um Kapitän Magnus Wislander durch die slowenischen Referees benachteiligt. Das Heimspiel hatte der THW damals mit 28:25 gewonnen, das Rückspiel mit 24:29 verloren.

«Noch in zehn Jahren werde ich traurig sein, wenn ich an diesen Abend denke. Wir hatten schon eine Hand am Pokal, aber dann waren höhere Mächte nicht mit uns», hatte der damalige THW-Trainer Zvonimir Serdarusic nach dem Spiel erklärt. Torwart Steinar Ege hatte kritisiert: «Wir hatten Vorteile, aber diese Entscheidungen haben alles kaputtgemacht.» Gemeint waren die Pfiffe der Schiedsrichter.

Den beiden Angeklagten, Ex-THW-Manager Uwe Schwenker und Serdarusic, wird vorgeworfen, das Champions-League-Finale 2007 gegen den Bundesliga-Rivalen SG Flensburg-Handewitt durch Schiedsrichterbestechung manipuliert zu haben. Beide bestreiten die Vorwürfe. Auch zu diesem Endspiel wird die Zeugin Flixeder befragt. Die EHF hat stets erklärt, das Verfahren in Kiel abwarten zu wollen, bevor sie sportjuristische Maßnahmen einleitet.