SG Flensburg-Handewitt - Interview mit Michael Knudsen (SG Flensburg-H.) - "Ciudad Real ist nicht mehr so stark" - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
Interview mit Michael Knudsen (SG Flensburg-H.)

"Ciudad Real ist nicht mehr so stark"

Der Kreisläufer der SG Flensburg-Handewitt war der Pechvogel der letzten Monate. Im Januar 2010 verletzte sich Michael Knudsen schwer am Knie. Und als er sich gerade zurückgemeldet hatte, erlitt er im Finale der
Weltmeisterschaft eine Blessur an der Wade. Seit Ende März befindet sich der Däne wieder im Spielbetrieb und freut sich auf das erste Viertelfinale in der VELUX EHF Champions League gegen BM Ciudad Real.

> Gegen keinen anderen Klub aus dem Ausland hat die SG
Flensburg-Handewitt so oft gespielt wie gegen BM Ciudad Real. Der
spanische Top-Club dürfte Ihrer Mannschaft also bestens bekannt sein, oder?


Michael Knudsen:Wir wissen natürlich alle, dass Ciudad Real eine sehr
gute Mannschaft hat. Was früher einmal passiert ist, spielt keine Rolle
mehr. Die Mannschaften haben sich in ihrer Zusammensetzung verändert.
Höchstens die beiden Partien aus der Gruppenphase kann man nehmen, um
Rückschlüsse zu erhalten.

> Die letzte Begegnung war im Februar. Damals mussten Sie noch wegen
einer Wadenverletzung pausieren. Konnten Sie den 25:23-Sieg Ihrer
Mannschaftskollegen trotzdem genießen?

Man steht natürlich immer lieber auf dem Spielfeld, aber dieses Spiel hatte auch Spaß beim Zusehen gebracht. Unser Trainer Ljubomir Vranjes hatte das Team sehr gut auf Ciudad Real eingestellt.
Gegen die 5:1-Abwehr haben Bundesliga-Teams normaler Weise große
Probleme, wir hatten Lösungen. Hoffentlich klappt es noch einmal.

> Sind Sie wieder völlig fit?

Ein paar Prozent fehlen noch. Aber ich bin selbst
positiv überrascht, dass ich schon wieder so weit bin. In der vorletzten
Woche allerdings spürte ich, dass drei Spiele am Stück eigentlich doch
noch etwas zu viel für mich sind.

> Ist ein ähnlicher Erfolg wie im Februar gegen Ciudad Real wieder möglich?

Wenn wir unsere Bestform erreichen, haben wir gute
Möglichkeiten. Vor allem nachdem Thomas Mogensen und ich nach einer
Verletzungspause zurückgekehrt sind. Wir haben großen Respekt. Aber
Ciudad Real ist nicht mehr ganz so stark wie noch vor ein oder zwei
Jahren, als die Spanier in jedem Finale standen und häufig den Titel
gewannen.

> Wenn man im Viertelfinale steht, darf man dann schon vom VELUX EHF
FINAL 4 in Köln träumen?


Ich bin Sportler, und da ist man immer optimistisch.
Köln wäre ein großes Erlebnis. Aber wenn ich ehrlich bin, würde ich ein
Halbfinale oder ein Endspiel lieber in unser Campushalle bestreiten. Ich
bin mir sicher, dass 6.000 Zuschauer in Flensburg mehr Stimmung machen
als 19.000 in Köln.