THW Kiel - THW Kiel - FC Barcelona - Das Duell der Handball-Könige - Handball - Champions League - Artikel - Handballwoche
THW Kiel - FC Barcelona

Das Duell der Handball-Könige

Der 16malige deutscher Meister trifft auf den 17maligen spanischen Meister - in der Gruppe A der Champions League kommt es am Sonntag um 16.45 Uhr zwischen dem THW Kiel und dem FC Barcelona zur Begegnung der Handball-Könige. Außerdem dürfen sich gut 10000 Zuschauer in der Sparkassen-Arena auf die Neuauflage des jüngsten Endspiels freuen. Am 30. Mai setzte sich der THW nach einem 36:34 die Krone auf. "In der Mannschaft und in Kiel herrschte eine unglaubliche Stimmung", erinnert sich THW-Ass Filip Jicha sehr gerne an die schillernden Momente von Köln zurück.

Die Duelle der beiden Top-Klubs sind ein ewig junger Klassiker. Seit April 2000 standen sich beide Teams 15 Mal gegenüber. Das letzte Aufeinandertreffen beim EHF FINAL 4 war nur die Spitze einer packenden Chronologie. 2000 zum Beispiel behielt Barcelona in den Finals der Champions League die Oberhand, 2002 setzte sich Kiel in den Endspielen des EHF-Cups durch. 2008 kegelte der deutsche den spanischen Vertreter im Halbfinale der Champions League aus dem Rennen. Aber: Das letzte Spiel in Kiel ging an die Südeuropäer. Mit 32:30 gewannen sie am 14. Februar dieses Jahres das Gruppenspiel. Im Norden Deutschlands denkt man daran allerdings nicht mehr. "Es hat längst eine neue Saison begonnen", sagt THW-Keeper Thierry Omeyer.

Nun geht es darum - in der vermutlich schwersten Vorrunden-Gruppe der Champions-League-Historie - sich nicht nur für das Achtelfinale zu qualifizieren, sondern im Hinblick auf die weiteren Aufgaben auch möglichst gut zu positionieren. Während Kiel mit einem 35:23 gegen Chambery bestens gestartet ist, stehen die Katalanen nach einem 30:31 gegen die Rhein-Neckar Löwen bereits unter Druck. Am großen Ziel wurde aber nicht gerüttelt. "Letzte Saison haben wir das Finale verloren, dieses Mal wollen wir es gewinnen", sagt Barca-Kapitän Laszlo Nagy.

Auch Trainer Xavi Pascual, der mit seiner Mannschaft am Samstagabend in Kiel eintreffen wird, rechnet sich gute Chancen aus. "Wenn man Trainer des großen FC Barcelona ist, dann erwarten die Leute immer Siege von dir", erklärt er. Dem Respekt seines Gegenübers Alfred Gislason ist ihm gewiss. "Barca ist auf dem Weg zu alter Stärke", sagt er. "Mit einem Super-Kader ist Barcelona auf dem Weg, Ciudad Real in Spanien zu verdrängen."

Unter der Woche mussten die Katalanen in der Liga Asobal aber kämpfen, bis der 32:30-Erfolg bei CAI Aragon feststand. Juanin Garcia (10) und Raul Entrerrios (6) trafen am besten. Leichter hatte es der THW Kiel, der sich beim Letzten der Bundesliga, der MT Melsungen, mit 32:23 durchsetzte. Filip Jicha glänzte mit elf Tore und kaschierte die Verletzungssorgen seiner Mannschaft. Kim Andersson, Daniel Narcisse und Momir Ilic werden am Sonntag nicht spielen können. Der THW hat nur vier nominelle Rückraumspieler. Das könnte ein Vorteil für Barcelona sein.

Einer im THW-Dress freut sich auf ein besonderes Wiedersehen: Jerome Fernandez. Er spielte von 2002 bis 2008 in Barcelona. Vor wenigen Wochen ist der Franzose von Ciudad Real nach Kiel gewechselt. In seinen bisherigen Einsätzen zeigte er gute Ansätze, aber Alfred Gislason mahnt zur Geduld: "Er braucht noch Zeit." Jerome Fernandez äußert sich zuversichtlich für den Ausgang der Partie am Sonntag. "Im Palau Blaugrana wird eine ganz schwere Aufgabe auf uns warten", sagt er. "Mit den eigenen Fans im Rücken dürfte es deutlich einfacher sein, Barcelona zu schlagen."