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Demütigung drohte

Titelverteidiger THW Kiel hat in der Vorrunde der Champions League seine weiße Weste behalten und im deutschen Duell die Rhein-Neckar Löwen mit 30:27 (17:9) klar bezwungen.

Die Norddeutschen führen damit nun die Tabelle in der Gruppe A mit 9:1 Punkten vor den Löwen (7:3) und Rekord-Champions-League-Sieger FC Barcelona (5:5) an. Die besten vier Mannschaften jeder Sechser-Gruppe ziehen ins Achtelfinale ein.

Die Begegnung vor 10.250 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena drohte zur Demütigung für die Löwen zu werden: Nach 21 Minuten lagen die Badener 6:13 zurück und fanden gegen die hellwachen Gastgeber kein Mittel. Die THW-Abwehr mit Markus Ahlm und Daniel Kubes in der Mitte stand bombensicher und Torwart Thierry Omeyer trieb die Mannheimer mit einer Serie von Paraden zur Verzweiflung. Zwischenzeitlich betrug so der Vorsprung des THW sogar neun Tore. Vor allem die THW-Rückraum-Schützen bekamen die Löwen überhaupt nicht in den Griff.


Schwacher Löwen-Angriff

Im Angriff der Gäste, die den Gewinn eines Titels in dieser Saison als Ziel ausgegeben haben, hingegen lief lange Zeit kaum etwas zusammen. Der deutsche Rekordmeister schloss seine Offensivaktionen 50 Minuten dagegen gewohnt sicher aus dem Rückraum oder über den Kreis ab. Ende der der zweiten Halbzeit kamen die Hausherren aber aus dem Rhythmus und standen nicht mehr sicher in der Abwehr. Konzentration und auch Kondition (Andersson, Zeitz und Narcisse fehlen weiterhin) ließen bei den Kieler nach. Die Rhein-Neckar Löwen nutzten die Schaltpausen beim THW und verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Tore. Der Sieg geriet aber nie in Gefahr. "Insgesamt möchte ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert und verdient gewonnen", sagte THW-Trainer Alfred Gislason.

Einmal mehr war der Tscheche Filip Jicha war mit neun Toren bester Schütze der Kieler. Bei den Löwen trafen Bjarte Myrhol und Uwe Gensheimer (je sieben Tore) am häufigsten. Am kommenden Freitag haben die Rhein-Neckar Löwen die Chance zur Wiedergutmachung. "So schlecht wie in Halbzeit eins spielen wir sicher nicht noch einmal", erklärte Löwen-Coach Gudmundur Gudmundsson, der den Kampfgeist seines Teams lobte.