Fritz mit einer Galavorstellung - Die Rhein-Neckar Löwen drehen in Kielce erst nach der Pause auf - Handball - Champions League - Artikel - Handballwoche
Fritz mit einer Galavorstellung

Die Rhein-Neckar Löwen drehen in Kielce erst nach der Pause auf

Mit einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit machten die Rhein-Neckar Löwen einen der ersten beiden Plätze in ihrer Vorrundengruppe praktisch sicher. Beim 35:32 beim KS Vive Targi Kielce drehten die Badener eine Begegnung, in der sie in den ersten 30 Minuten zeitweise lethargisch wirkten. Eine Explosion von Uwe Gensheimer, der alle seine zehn Treffer nach der Pause markierte, und ein beeindruckender Auftritt von Henning Fritz sorgten für die Wende. "Super, dass die Mannschaft in dieser Atmosphäre nach der unglücklichen Niederlage gegen Kiel diese Moral gezeigt hat", freute sich Manager Thorsten Storm über den Triumph.

In der ersten Hälfte machten die Löwen ganz einfach zu viele Fehler. In der Deckung offenbarten sich zu viele Lücken, die der wurfgewaltige Rückraum der Polen zu einfachen Toren nutzte, und im Angriff schlichen sich immer wieder Unkonzentriertheiten ein. Die technischen Fehler führten zur Verunsicherung bei den Badenern.

Dann aber kam der Auftritt von Henning Fritz. Er sorgte dafür, dass die Löwen aus einem verdienten Vier-Tore-Rückstand zur Halbzeit einen knappen, zum Schluss aber verdienten Auswärtssieg machten. "Die Umstellung in der Abwehr war der Schlüssel zum Sieg", sagte Ólafur Stefánsson nach der Partie. Beim Stand von 20:24 (37.) beorderte Coach Ola Lindgren Gensheimer vor seine Deckung und operierte fortan im 5:1-System. Damit kam der polnische Meister überhaupt nicht zurecht. Karol Bielecki schaffte in der 44. Minute mit einem Rückraum-Kracher das 26:26 und nur wenige Sekunden später gelang Michael Müller sogar die erste Führung für die Badener im gesamten Spielverlauf - 27:26.

Ohne die verletzten Guðjón Valur Sigurðsson und Bjarte Myrhol bewiesen die Löwen, dass sie gut aus der EM-Pause gekommen sind. Von dem Rückstand zur Pause ließ sich die Lindgren-Sieben nicht verunsichern und wurde dafür spät, aber rechtzeitig belohnt. Die Entscheidung im Kampf um den Gruppensieg fällt nun am kommenden Sonntag. Dann müssen die Badener beim ungarischen Titelträger MKB Veszprém KC antreten, der im Moment punktgleich mit den Löwen an der Spitze der Gruppe B steht.