Die zweite Garde besteht den Test - Handball - Champions League - Artikel - Handballwoche
 

Die zweite Garde besteht den Test

Sportlich war die Begegnung gegen den bosnischen Meister eigentlich wertlos, denn der zweite Platz in der Vorrundengruppe B war den Rhein-Neckar Löwen schon sicher. Deshalb nutzte Trainer Ola Lindgren die Gelegenheit und experimentierte gegen den RK Bosna Sarajevo. Der Sieg geriet dadurch nicht in Gefahr, obwohl der Löwen-Coach vielen Akteuren eine Verschnaufpause gab.

Uwe Gensheimer und Sławomir Szmal standen gar nicht im Kader, Ólafur Stefánsson, Karol Bielecki, Andrej Klimovets, Patrick Groetzki und Oliver Roggisch verließen die Ersatzbank über 60 Minuten nicht. Dafür feierte Grzegorz Tkaczyk ein Comeback nach siebenmonatiger Pause. Der Spielmacher machte nach einer schweren Knieverletzung seine ersten Schritte zurück. "Ohne meine Frau hätte ich es vielleicht nicht geschafft", sagte der Pole emotional berührt. Tkaczyk erzielte zwei Tore für sein Team.

Jetzt soll der Spielmacher in den kommenden Wochen stetig an seine alte Form herangeführt werden. Schneller soll das hingegen bei Bjarte Myrhol klappen. Der Norweger hatte seit der EM nicht mehr für die Badener gespielt. Mit sechs Treffern meldete sich der Kreisläufer eindrucksvoll zurück.

"Wir wollten ein paar Jungs eine Pause geben und anderen Akteuren Spielpraxis geben. Das hat geklappt", zeigte sich Lindgren nach der Begegnung zufrieden. In den Schlussminuten feierte Maximilian Bender sein Debüt in einem Pflichtspiel für die Löwen. Eigentlich spielt der Jugend-Nationaltorwart in der Regionalliga-Mannschaft, gegen Sarajevo rückte er für sieben Minuten für den herausragend spielenden Henning Fritz zwischen die Pfosten.

Mit den Akteuren aus der zweiten Reihe fanden die Löwen zunächst schleppend in die Partie, lagen 1:3 zurück und hatten Probleme mit der offensiven Abwehr der Bosnier. Nach zehn Minuten kamen die Badener besser damit zurecht und kontrollierten fortan Ball und Gegner. Kontinuierlich baute die Lindgren-Truppe ihren Vorsprung aus und kam am Ende zu einem verdienten 30:24-Erfolg.


Schiedsrichter verletzt sic h

Pechvogel der Partie war Schiedsrichter Siarhei Repkin. Dem Weisrussen riss nach zwölf Minuten die Achillessehne. Nach einigen Minuten Unterbrechung pfiff Repkin gemeinsam mit seinem Partner Andrej Gusko allerdings weiter, fortan humpelte er übers Feld. "Ich weiß nicht, wie er das macht", staunte Sven Raab, der Physiotherapeut der Löwen, der den Schiri zunächst versorgt hatte. Nach dem Spiel blieb Repkin in Deutschland und wurde am Montag in der ATOS Klinik in Heidelberg operiert.