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Acht deutsche Clubs auf Titelkurs

Durchmarsch in Europa

Besser geht's nicht: Die Bundesliga-Armada dominiert mit acht Clubs die Champions League und die Europacup- Wettbewerbe und muss nun bei der Ziehung der kommenden Gegner an diesem Montag (18.30 Uhr) und Dienstag (11.00 Uhr) in Wien Liga- interne Duelle befürchten.

Nach den Rhein-Neckar Löwen und dem Titelverteidiger THW Kiel zogen auch der HSV Hamburg und die SG Flensburg-Handewitt ins Viertelfinale der «Königsklasse» ein. Angeführt von den Pokalverteidigern TBV Lemgo und VfL Gummersbach steht ein Quartett bereits in den Halbfinals von EHF- Cup und Pokalsieger-Wettbewerb.

Bundesliga-Primus Hamburg behielt in der Champions League im «Hexenkessel» bei BM Valladolid die Nerven. Abgeklärt feierten die Hanseaten in Spanien einen 35:33 (19:16)-Erfolg im Achtelfinal- Rückspiel. Die erste Begegnung hatte der HSV Hamburg mit 28:22 für sich entschieden. Vor 6200 Zuschauern im fast ausverkauften Pabellón Polideportivo Pisuerga warf Torsten Jansen (8) die meisten Tore für die Hamburger.

Flensburg trotzte dank der starken Torhüter Dan Beutler und Sören Rasmussen einmal mehr seinen Personalsorgen. Trotz des erneuten Ausfalls von Abwehrchef Tobias Karlsson wegen einer Lungenentzündung bezwang der Bundesliga-Sechste in heimischer Halle Pick Szeged aus Ungarn mit 33:20 (18:8). Das Team von Trainer Ljubomir Vranjes hatte überraschend bereits das Hinspiel mit 27:26 gewonnen. «'Ljubo' als Taktik-Fuchs hat die Mannschaft extrem gut eingestellt», lobte SG-Manager Holger Kaiser. Linksaußen Anders Eggert warf 14 Tore.

Vier Tage nach der wohl verspielten deutschen Meisterschaft durch die 25:28-Heimpleite gegen den TV Großwallstadt haben sich die Kieler in der Champions League den Frust von der Seele geworfen. Mit der 36:24 (20:11)-Lehrstunde im Achtelfinale gegen KIF Kolding stürmte der Vorjahressieger zum siebten Mal hintereinander in die letzte Runde vor dem «Final Four» Ende Mai in Köln. «Wir sind sehr zufrieden, weitergekommen zu sein. Unser Ziel war es, heute ein deutlich besseres Spiel zu liefern als beim letzten Ligaspiel zu Hause. Das ist uns gelungen», sagte Trainer Alfred Gislason erleichtert. Schon das Hinspiel hatten die Kieler, bei denen Rückraumass Kim Andersson nach seinem Daumenbruch im Januar sein Comeback gab, mit 36:29 gewonnen.

Lemgo besiegte im EHF-Pokal zum zweiten Mal binnen Wochenfrist Angstgegner Ademar Leon und erreichte durch ein 30:25 (14:13) im Viertelfinal-Rückspiel erneut die Vorschlussrunde. Im Hinspiel in Spanien hatten die Ostwestfalen mit 31:27 gewonnen. Mögliche nächste Kontrahenten sind Frisch Auf Göppingen und der TV Großwallstadt.

Die Schwaben verloren ihr Rückspiel bei Gorenje Velenje in Slowenien zwar mit 22:26 (10:11), zehrten aber vom komfortablen 33:20-Heimsieg. Fünf Tage nach dem Bundesliga-Coup in Kiel machte Großwallstadt durch einen 25:22 (11:9)-Erfolg in Elsenfeld die 31:32- Niederlage im Hinspiel gegen Saint-Raphaël HB aus Frankreich wett. Für die Mainfranken ist der Einzug ins Halbfinale der größte Erfolg seit dem Gewinn des City Cups im Jahr 2000.

Im Europacup der Pokalsieger musste Gummersbach nach dem 44:25 gegen Elverum HB im Hinspiel nicht mehr ums Weiterkommen bangen. In Norwegen kam der Vorjahressieger nach einem 16:17-Pausenrückstand noch zu einem sicheren 37:33-Erfolg.

In der Bundesliga sind die Rhein-Neckar Löwen unterdessen auf einen Champions-League-Platz geklettert. Die Mannheimer siegten am Sonntag souverän bei MT Melsungen mit 37:28 (17:8) und verdrängten die Füchse Berlin vom dritten Rang hinter Hamburg und Kiel. Die Außenspieler Uwe Gensheimer (8) und Gudjon Valur Sigurdsson (7) waren die besten Löwen-Werfer. Einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg feierte der TSV Hannover-Burgdorf mit dem 26:25 (12:13) gegen HBW Balingen-Weilstetten. Schlusslicht DHC Rheinland setzte sich überraschend gegen die TSG Friesenheim 30:26 (16:10) durch. Die HSG Wetzlar besiegte die HSG Ahlen-Hamm mit 35:26 (16:9).