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VELUX EHF Champions League

Ein spanisches Finale

Bis zur 42. Minuten dauert es, ehe der HSV Hamburg aus seinem Tiefschlaf erwacht. Guillaume Gille trifft zum 20:16. Doch die Norddeutschen wachen zu spät auf und können ihr Ciudad-Trauma nicht beenden. Die Spanier sind wieder Endstation für Hamburg. Während  Ciudads Kreisläufer Julen Aguinagalde den Spielball in den Fan-Block wirft gibt stehen auf der anderen Seite müde dreinschauende  Hamburger. Sie zeigen kaum Emotionen – genau wie in den sechzig Minuten zuvor.

Der Wille scheint den Hamburger gefehlt zu haben. Der Meister findet nicht in die Partie. Dabei beginnt das Spiel für den HSV viel versprechend. Die Schützlinge von Martin Schwalb legen 1:0 durch Pascal Hens vor und dann der Schock auf der Gegenseite. In der 4. Minute. Nach einer Parade gegen Domagoj Duvnjak bleibt Keeper Arpad Sterbik erst stehen, ehe die „Mauer“ frustriert vom Feld humpelt. Für ihn kommt Jose Hombrados aufs Feld. Der Ausfall des Weltklasse-Torhüters scheint die Truppe von Talant Dujshebaev aber nicht aus der Fassung zu bringen. Es scheint eine Jetzt-Erst-Recht-Mentalität bei den Spaniern zu wecken. Ab dem 3:4 durch Pascal Hens (10.) übernimmt Ciudad die Führung und gibt sie nicht mehr aus der Hand

Das ist aber nicht der einzige Wechsel, den Real-Coach Talant Dujshebaev vornimmt. Innerhalb der ersten 14 Minuten schickt er den Großteil seines Aufgebots auf Feld. Dabei taucht Rechtsaußen Shooter Kiril Lazarov auf der Außenbahn auf. Große Fluktuation herrscht auch beim Wechsel zwischen Abwehr und Angriff. Bis zu vier Positionen wechseln von der Bank aufs Parkett. Der neue Deutsche Meister kann aber in Durchgang eins (noch) kein Kapital daraus schlagen. Die technischen Fehler auf der Seite des HSV sind eklatant. Besonders im schnellen Gegenzug gehen zu viele Bälle verloren. Ciudad nutzt die Zeit, um sich in der Abwehr zu formieren, gegen die Hamburg kein Rezept findet.

Mit einem Zwei-Tore Rückstand geht es in die Pause. Wer aber dachte, der HSV bäumt sich jetzt auf und wendet das Blatt, wurde enttäuscht. Beim 19:13 durch Jonas Källman scheint die Messe bereits früh gesungen (39.). Mit der Hereinnahme von Guillaume Gille keimt aber nochmals Hoffnung auf. Nach einem Tor wird die Faust geballt und das Publikum animiert. In der stärksten HSV-Phase ist es  Rechtsaußen Schröder, der sich wieder und wieder in Szene setzt. Besonders seine Übergänge von Rechtsaußen reißen Lücken in die Abwehr der Spanier. Der Linkshänder erzielt den Anschluss zum 20:22, doch dann verliert der HSV wieder den Faden (47.).

Zwar hält Johannes Bitter einen Siebenmeter gegen Lazarov, sein Pendant kontert aber im Gegenzug mit einem parierten Strafwurf von Hans Lindberg. Cidudad bekommt wieder Oberwasser und zieht über 24:20 (54.) auf 27:21 (57.) uneinholbar davon und erstickt das emotionale Strohfeuer der Hamburger. Ciudad erreicht seit 2005 zum fünften Mal das Endspiel der Champions League, das sie drei Mal für sich entschieden. Mit dem Einzug der Iberer steht bereits jetzt fest, das zum 13. Mal in der Geschichte der Champions League eine Mannschaft aus Spanien zum Titelträger wird.

KOMMENTARE

joe, 29.05.11, 20:17 Uhr
die spanischen top-klubs sind nunmal besser als die deutschen. mehr »
G. Hellmuth, 29.05.11, 15:01 Uhr
Von wegen alle fit und heiß! Das war auch nur Angeberei und „Tally Ho“ vor dem Gewürge! Ich kann mir zwar nicht mehr »
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