Interview mit Lars Walther, Trainer bei Wisla Plock - Fans sorgen für einen Schock - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
Interview mit Lars Walther, Trainer bei Wisla Plock

Fans sorgen für einen Schock

Zwischen Portugal und Island - Lars Walther war als Handballer und Trainer schon in vielen Ländern. Seit letzter Saison ist er in Polen bei Orlen Wisla Plock und führte seinen neuen Club zur Meisterschaft. Die
HANDBALLWOCHE sprach mit dem 45-jährigen Dänen.

An den nächsten beiden Wochenenden geht es in der VELUX EHF Champions League jeweils gegen den deutschen Meister HSV Hamburg. Wie lautet Ihre Zielsetzung?

Lars Walther: Es gibt immer eine Chance und die verfolgen wir. Natürlich hat Hamburg eine Weltklasse-Mannschaft, und es wird sehr schwer. Wir werden aber unser Bestes versuchen, und vielleicht gelingt
uns ja eine Überraschung. Zu Hause wird uns unser Publikum den Rücken stärken. Die Halle wird mit 5500 Zuschauern besetzt sein.

Wie groß ist Ihr Respekt vor dem HSV Hamburg?

Wir wissen, dass die Hamburger Spieler alle individuell sehr stark sind und alle einfache Tore erzielen können. Das ist vielleicht der Unterschied zu uns. Auch wenn es in Hamburg Verletzungen gibt, spielt das praktisch keine Rolle. Die Stammbesetzung ist sehr stark, die Zweitbesetzung fast genauso.

Wie ist die Situation für Sie in der Gruppe B? Gab es bislang Überraschungen?

Wenn ich mir die Tabelle anschaue, sieht das alles sehr normal aus. Wir haben bereits vier Punkte, und ich denke, dass wir am Ende acht oder neun Zähler auf dem Konto haben und das Achtelfinale erreichen werden. Das ist unser Ziel.

Wie lief es bisher in der polnischen Superliga?

Wir haben im Moment drei Minuspunkte. Zu Hause gegen Kielce haben wir verloren, und beim Dritten Pulawy unentschieden gespielt. Damit können wir leben, da wir insgesamt sechs Verletzungen hatten. Mit Nikola Eklemovic hatten wir nur einen Akteur, der als Spielmacher agieren konnte. Er ist nun sehr müde. Jetzt müssen wir noch sieben bis zehn Tage überleben, dann werden wir wieder vollzählig sein.

Und gegen Hamburg?

Spielmacher Luka Dobelsek wird wohl beide Spiele fehlen.

Sie haben schon viel von Handball-Europa gesehen. Was sind die Besonderheiten in Plock?

Unsere Fans sind nicht alltäglich. Sie machen viel Lärm - so wie Fußball-Fans. Unsere Anhänger wollen keine Musik von der Anlage, sie sorgen selbst für viele Gesänge. Viele Gegner haben bei uns in der Halle schon einen Schock bekommen, weil es so laut ist.