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Champions League

Flensburg in der Höhle des Löwen

Die SG Flensburg-Handewitt ist zum Start der Champions-League die Vorhut des deutschen Quartetts. Bevor die Titelanwärter THW Kiel und HSV Hamburg sowie die Rhein-Neckar Löwen ins Geschehen eingreifen, erforscht der Bundesliga-Zweite das Terrain bei BM Ciudad Real.

Doch der Start am Mittwoch beim dreifachen Champions-League-Sieger und fünffachen spanischen Meister wird alles andere als ein lockerer Aufgalopp in Gruppe D. Dort hat es die SG zudem mit RK Zagreb, HC St. Petersburg, Bosna Sarajevo und HCM Constanta zu tun.

Klar ist das Zwischenziel der Flensburger, die in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale des EHF-Cups vorpreschten, wo jedoch das große Geld des europäischen Handballs an ihnen vorbeiging. Diesmal soll es mindestens bis zum Achtelfinale gehen. Was danach kommt, hängt vom Losglück ab. Jeweils vier von sechs Gruppen-Teams erreichen die Runde der letzten 16. Favorit Ciudad Real scheint übermächtig, hinter den Spaniern will die Mannschaft von Trainer Per Carlén aber wenigstens Zweite in der Gruppenphase werden. «Wir haben einen guten Lauf, aber jetzt kommt die erste echte Bewährungsprobe. Wir müssen zeigen, dass wir dazu bereit sind», sagte Rechtsaußen Lasse Svan Hansen.

Gegen Ciudad Real, die Königliche Stadt, setzte es für die Schleswig-Holsteiner bislang meist deftige Ohrfeigen. In vier Runden standen sich die Teams in Hin- und Rückspiel bislang gegenüber. Von den acht Partien gewannen die Spanier fünf, die Flensburger zwei, einmal gab es ein Remis. Wichtiger: Unterm Strich setzte sich Ciudad Real dreimal durch, lediglich vor elf Jahren behauptete sich die SG im City-Cup-Finale gegen die Spanier.

Zwar fließt bei dem von Milliardär Domingo Díaz de Mera gesteuerten BM Ciudad Real das Geld nicht mehr wie der Honig im Schlaraffenland, doch das Team verkörpert weiterhin Europas Spitze. Wer es sich leisten kann, den französischen Olympia-Sieger-Kapitän Jerome Fernandez ablösefrei ziehen zu lassen und ihn gar an den erbitterten Rivalen THW Kiel abzugeben, dem muss es blendend gehen.

Trotz der beklemmenden Erinnerungen an die Vergangenheit mit Ciudad Real herrscht bei den Nordlichtern eitel Sonnenschein. In der Bundesliga läuft es rund, so dass Trainer Carlén seinen Schützlingen «Power-Handball» attestierte. «Die Mannschaft wird immer stärker und bekommt immer mehr Selbstvertrauen», sagte der Schwede. Zuletzt fegte sie TuS N-Lübbecke mit 34:25 vom Parkett. «Wir können es noch besser», warnte Teammanager Ljubomir Vranjes.