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Füchse Berlin stoppen HSV

Die Füchse Berlin haben Handball-Meister HSV Hamburg aus der Champions League geworfen und den Norddeutschen damit einen weiteren Tiefschlag versetzt. Im Achtelfinal-Rückspiel in der Hamburger Arena siegten die Hauptstädter in einer überaus spannenden Partie mit 24:23 (11:10).

Vor einer Woche hatten die Berliner schon das Hinspiel mit 32:30 gewonnen. Das Viertelfinale, für das sich auch der THW Kiel qualifiziert hat, wird am kommenden Dienstag in Wien ausgelost. Die Füchse haben schon jetzt den größten Erfolg ihrer Club-Geschichte geschafft. «Wir alle sind überwältigt. Das ist eine Riesensache für uns», sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson.

Dagegen rutschen die Hamburger immer tiefer in den Schlamassel. In der nationalen Meisterschaft ist der Titelverteidiger auf Platz vier zurückgefallen und hat damit die Chance auf den erneuten Gewinn der Schale verspielt. In Europas Königsklasse ist bereits im Achtelfinale Schluss. Das ist den Hamburgern seit vier Jahren nicht mehr passiert. Als Retter in der Not war vor zwei Wochen Präsident Martin Schwalb auf die Trainierbank zurückgekehrt, um den glücklosen Interimscoach Jens Häusler zu unterstützen. «Wir müssen anerkennen, dass Berlin in beiden Spielen die bessere Mannschaft war», meinte Schwalb zerknirscht. «Unsere Mannschaft hat einen großen Kampf geliefert.»

In der umkämpften Partie dominierten die Abwehrreihen und vor allem die Torhüter. Was Silvio Heinevetter bei den Berlinern im ersten Durchgang parierte, verschlug den 7843 Zuschauern in der nicht ausverkauften Arena die Sprache. «Wir haben einen Riesencharakter gezeigt», sagte Nationaltorhüter Heinevetter. «Die Halle stand Kopf.» Der Berliner Anhang verharrte minutenlang in der Arena und skandierte «Oh, wie ist das schön...»

Der ähnlich gut aufgelegte Dan Beutler im HSV-Tor ließ sich aber nicht lumpen und brachte sein Team zu Beginn der zweiten Hälfte mit drei gehaltenen Bällen wieder auf Kurs. Die Gastgeber zogen binnen acht Minuten von 8:10 (27. Minute) auf 14:10 (35.) davon. Doch auch die zwischenzeitliche Fünf-Tore-Führung (17:12/40.) reichte den Norddeutschen nicht. Die Füchse kamen wieder ran und gingen zehn Minuten vor Schluss in Führung. Auch Manndeckung half den Hamburgern letztlich nicht mehr.

«Es ist ein schwerer Tag für uns», versicherte der gezeichnete Beutler. Noch schlimmer erging es seinem Teamkollegen Johannes Bitter. Der Ex-Nationaltorsteher war gerade drei Minuten im Spiel, da musste er mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Feld. «Nach der Untersuchung wissen wir mehr», sagte Schwalb.