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VELUX EHF Champions League

Füchse bestehen Reifeprüfung

Riesen-Jubel bei den Füchsen Berlin: Durch einen Kraftakt gegen Bjerringbro-Silkeborg erreichte der Handball-Bundesligist bei seiner Champions-League-Premiere die K.o.-Runde. Nun soll Barcelona kommen. In der Bundesliga patzt der TBV Lemgo.

Simone Thomalla hielt es nicht mehr auf ihrem blauen Klappsitz. Sie sprang auf, klatschte in die Hände, schaute verzweifelt, wendete sich vom Geschehen ab, blickte wieder aufs Spielfeld und jubelte schließlich ausgelassen: In Gestik und Mimik der «Tatort»-Schauspielerin spiegelte sich die ganze Dramatik in der Schlussphase wider. Erst mit dem parierten Freiwurf unmittelbar vor der Schlusssirene hatte ihr Freund Silvio Heinevetter dem Handball-Bundesligisten Füchse Berlin den 28:27 (14:13)-Erfolg gegen Bjerringbro-Silkeborg A/S und damit den Einzug in die K.o.-Runde der Champions League gesichert.

«Das war brutal», gestand Nationaltorhüter Heinevetter. Mit vollem Einsatz, aber mitunter verkrampft und gehemmt hatte Champions-League-Debütant Berlin um den Einzug ins Achtelfinale gekämpft. Und nach einem Vier-Tore-Rückstand beim 17:21 (41.) gaben erst die späten Glanztaten des zuvor glücklosen Heinevetter den Ausschlag. «Manchmal reicht es eben, die letzten paar Bälle zu halten», sagte der völlig durchgeschwitzte und abgekämpfte Schlussmann und fügte an: «Wir hatten die schwerste von allen Gruppen in der Champions League. Dass wir in der Todesgruppe unter den besten Vier sind, ist ein riesen Erfolg.»

Simone Thomalla und 8815 weitere Fans in der Max-Schmeling-Halle beklatschten begeistert die Füchse-Spieler um den besten Torschützen Sven-Sören Christophersen (8) bei ihrem Freudentanz. «Wir sind im Achtelfinale. Das ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte», erklärte Macher Bob Hanning. Der Füchse-Manager attestierte seinem Team, gegen die mit drei Europameistern aufgelaufenen Dänen die internationale Reifeprüfung bestanden zu haben. «Wir hatten eine Situation mit Endspielcharakter. Da wir das positiv gestaltet haben, kann man sagen, das war ein nächster Meilenstein», hob er hervor.

Nun schaut der 43-Jährige mit Spannung auf die Auslosung des Achtelfinals am Dienstag in der Nähe von Kopenhagen. Dabei wünscht sich Hanning ausgerechnet den Titelverteidiger als nächsten Gegner. «Jetzt wollen wir gegen den FC Barcelona spielen», erklärte er. Allerdings droht den Berlinern auch ein Duell mit dem deutschen Meister HSV Hamburg oder Bundesliga-Dominator THW Kiel. «Das brauchen wir nicht unbedingt», gab Hanning zu und eilte zum Drittliga-Spiel Füchse Berlin II gegen DHK Flensburg, um das Team als Coach zum 36:31-Sieg zu führen.

Neben dem Erfolg in der «Königsklasse» sind die Füchse als Zweiter in der Bundesliga wieder auf Champions-League-Kurs. Davon kann der TBV Lemgo nur träumen. Vielmehr müssen die Ostwestfalen nach dem 27:27 (14:14) zu Hause gegen den Vorletzten TV Hüttenberg sogar um einen Platz im Europacup bangen. «Ich bin natürlich enttäuscht. Wenn man gegen den Tabellenvorletzten zu Hause spielt, will man natürlich gewinnen», sagte Lemgos Trainer Dirk Beuchler. Frisch Auf Göppingen kam zu einem hart erarbeiteten 27:25 (12:13)-Erfolg gegen den TuS N-Lübbecke.