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Die große HW-Analyse vor dem Neustart der VELUX EHF Champions League

Hamburg vor dem Gruppensieg

84 von 120 Gruppenspielen der Champions League sind absolviert, in den 36 noch folgenden, die am Donnerstag beginnen,  fallen die letzten Entscheidungen über die Teilnehmer und die Ausgangslage vor dem Achtelfinale, das am 28. Februar ausgelost wird. Bisher haben sich erst acht Mannschaften – darunter der HSV Hamburg und der THW Kiel – für die K.o.-Phase der „Königsklasse“ qualifiziert, noch 13 Mannschaften – darunter Neuling Füchse Berlin – machen sich Hoffnungen auf die acht noch freien Plätze.

Nach sieben Spieltagen haben nur die Hamburger sowie Titelverteidiger FC Barcelona eine weiße Weste mit 14 Punkten, ungeschlagen ist zudem noch Atletico Madrid nach fünf Siegen und zwei Unentschieden. Im Gegensatz dazu warten Bosna Sarajewo, Partizan Belgrad und Bjerringbro immer noch auf ihren ersten Punkt.

Barcelona liegt auch in einer anderen Wertung ganz vorne – mit 238 Treffern führen sie die Tor-Rangliste an, gefolgt von Atletico Madrid (228) sowie Kiel, Hamburg und Karabatic-Club Montpellier mit jeweils 222 Toren. Die stärkste Abwehr stellt überraschend Metalurg Skopje mit EM-All-Star-Torwart Darko Stanic. Die Mazedonier kassierten in sieben Spielen nur 164 Tore und liegen somit vor Barcelona, Zagreb und Hamburg mit je 170 Gegentreffern.

Die HANDBALLWOCHE analysiert die vier Gruppen vor dem Neustart und den drei noch ausstehenden Spieltagen. Wichtig: Die beiden jeweils Erstplatzierten haben im Achtelfinale das Rückspiel zuhause – und treffen auf die Mannschaften, die Dritter oder Vierter wurden. Frühestens beim VELUX EHF FINAL4 in Köln (26./27. Mai) können die Gruppensieger aufeinander treffen.

 

Gruppe A:

FC Barcelona Intersport (14 Punkte) und RK Croatia Osiguranje Zagreb (12) haben sich bereits fürs Achtelfinale qualifiziert, spätestens im direkten Duell am vorletzten Spieltag entscheidet sich der Gruppensieg. Der Titelverteidiger, der das Hinspiel in Zagreb 31:30 gewann, ist allerdings klarer Favorit. Dahinter kämpfen Chambery (Frankreich), Sävehof (Schweden, beide sechs Punkte) sowie die Kadetten aus Schaffhausen um die beiden noch offenen Tickets fürs Achtelfinale. Sollten Chambery und Sävehof oder Schaffhausen und Sävehof am Ende punktgleich sein, ziehen die Schweden in beiden Fällen aufgrund der schlechteren Tordifferenz im direkten Vergleich den Kürzeren. Die Kadetten brauchen aus drei Spielen zwei Siege, um noch weiterzukommen, höchstwahrscheinlich wird die Partie gegen Chambery entscheidend sein, denn alle drei Konkurrenten spielen noch gegen das punktlose Team aus Sarajewo.

Gruppe B:

Die erwartungsgemäß knappste aller Gruppen. Die einzigen Entscheidungen, die bereits getroffen sind: Madrid steht im Achtelfinale, Bjerringbro ist trotz vier Europameistern raus aus dem Rennen. Dazwischen tummeln sich vier Mannschaften, die sich allesamt noch berechtigte Hoffnungen auf das Achtelfinale machen können, inklusive den Füchsen aus Berlin. Bereits vorentscheidenden Charakter hat deren Spiel am kommenden Spieltag gegen die punktgleichen Russen (beide sieben Zähler) von Medvedi Chechow – der Sieger steht fast schon in der nächsten Runde. Dafür kann sich MKB Veszprem (mit dem künftigen Kieler Marko Vujin) bereits am Sonntag durch einen Sieg in Kielce (Polen) qualifizieren – und würde den Füchsen Schützenhilfe geben, denn die Polen lauern nur einen Punkt hinter den Berlinern. Das schwerste Programm hat wohl Chechow – nach dem Spiel in Berlin folgen die Partien gegen Veszprem und in Kielce.

Gruppe C:

Mit dem deutlichsten Vorsprung aller Führenden thront der HSV Hamburg nach sieben Siegen in sieben Spielen bereits fünf Punkte vor den ebenfalls bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Verfolgern Metalurg Skopje (Mazedonien) und Cimos Koper (Slowenien). Ein Sieg am Sonntag beim vom Ex-HSV-Spieler Dimitri Torgowanow trainierten HC St. Petersburg würde bereits den Gruppensieg am achten Spieltag bedeuten. Die Balkanfraktion kämpft ebenfalls am Wochenende im direkten Duell um den zweiten Platz, während der vierte Achtelfinal-Teilnehmer noch recht offen ist. Die besten Karten hat der polnische Meister Wisla Plock (fünf Punkte), der vor St. Petersburg (3) und Constanta (2) liegt. Sollten die Polen am Donnerstag in Rumänien gewinnen, wäre auch Constanta raus, und Plock würde nur noch einen weiteren Punkt zum Weiterkommen benötigen.

Gruppe D:

Durch den Weihnachtserfolg über AG Kopenhagen hatte sich der THW Kiel bereits frühzeitig (wie der Gegner) fürs Achtelfinale qualifiziert, nun gilt es die Spitzenposition bis zum 26. Februar – dann findet das Rückspiel in Kopenhagen statt – zu verteidigen. Zunächst empfängt der THW am Donnerstag Szeged, dann folgt die Partie gegen Leon, bevor es zum Abschluss nach Dänemark geht. Momentan liegen die „Zebras“ einen Punkt vor AGK, aber bereits drei Punkte vor dem französischen Meister Montpellier. Und durch einen Sieg über Szeged würde der THW nicht nur den ersten Platz festigen, sondern gleichzeitig auch Leon (9 Punkte) und Montpellier (8) vor deren direkten Duell ins Achtelfinale befördern.