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Champions League

Hammerlos für THW: Im Halbfinale gegen Ciudad

Lospech für den THW Kiel: Im Halbfinale des erstmals ausgespielten Final-Four-Turniers der Champions League in Köln am 29. und 30. Mai trifft der deutsche Handball-Rekordmeister in der Neuauflage des letztjährigen Finals auf den spanischen Titelverteidiger Ciudad Real.

Im zweiten Halbfinale spielt Rekordsieger FC Barcelona gegen den russischen Meister Medwedi Tschechow. Das ergab die Auslosung, die am 4. Mai hoch über den Dächern der Domstadt - im 27. Stock des LVR-Towers - stattfand. Welche Partie als erste gespielt wird, entscheidet sich aufgrund der geplanten TV-Übertragungen erst im Laufe dieser Woche.

«Ciudad ist die beste Mannschaft der Welt und der schwerste Gegner überhaupt. Aber wer den Pokal gewinnen will, muss eben Ciudad besiegen. Von daher ist es egal, wann man auf sie trifft», sagte THW-Coach Alfred Gislason und nahm das mit Abstand schwerste Los relativ gelassen auf. «Es ist möglich, sie zu schlagen. Wir dürfen uns aber keine weiteren verletzten Spieler mehr erlauben. Ciudad und Barcelona haben einen Riesenkader, wir nicht.» THW-Geschäftsführer Uli Derad freut sich das Duell: «Wir hoffen, dass wir in der Kölner Arena so etwas wie Heimspiel-Atmosphäre haben.»

Die Bilanz der Kieler gegen Ciudad, das im Viertelfinale den Bundesliga-Spitzenreiter HSV Hamburg ausgeschaltet hatte, ist ausgeglichen (drei Siegen, drei Niederlagen). Aber die Spanier entwickelten sich in den vergangenen beiden Jahren zum Alptraum der «Zebras», die 2007 die Champions League gewannen: Denn 2008 und 2009 siegten die Kieler zunächst in den Final-Hinspielen, scheiterten dann aber in den Rückspielen aufgrund der Tordifferenz an Ciudad.

Zudem hat vor dem «Spiel der Spiele» der personell angeschlagene deutsche Rekordmeister im Kampf um die Meisterschaft in der Bundesliga ein anstrengendes Programm zu absolvieren. «Vor dem Final-Four haben wir fünf entscheidende Spiele in der Bundesliga, auf die wir uns zunächst konzentrieren», sagte Gislason. Eine Woche vor dem Halbfinale in der «Königsklasse» kommt es zum wohl entscheidenden Meisterschaftsspiel gegen den HSV. «Man kann die Hamburger bestimmt nicht überreden, das Spiel zu verlegen», meinte Gislason.

Bei Ciudad gibt es nur ein Ziel: «Wir sind der Titelverteidiger und wollen den erneuten Triumph», erklärte Manager Luis Miguel Lopez, dessen Team in der Liga ungeschlagen ist und vor dem sechsten Titelgewinn steht. In der Königsklasse gab es bisher nur eine Niederlage: Im Viertelfinal-Hinspiel in Hamburg.

Alle vier Final-Four-Teilnehmer haben sich durch den Start in Köln bereits die Antrittsprämie von 100 000 Euro gesichert, der Sieger erhält weiter 250 000 Euro, der Zweite 150 000 Euro, der Dritte 100 000 Euro und der Vierte 50 000 Euro. Sollte die Kieler den Titel zum zweiten Mal gewinnen, hätten sie in der laufenden Champions- League-Saison 495 000 Euro an Prämien kassiert. Die Lanxess-Arena wird an beiden Tagen mit jeweils über 20 000 Zuschauern ausverkauft sein.