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Champions League

HSV und THW bremsen die Euphorie

Der HSV Hamburg und THW Kiel haben den Titel im Blick, die Rhein-Neckar Löwen halten da noch nicht mit: Die Viertelfinal-Hinspiele der Champions-League haben die Kräfteverhältnisse der bisherigen Bundesliga-Saison bestätigt.

Kiels Trainer Alfred Gislason tat nach dem 29:28-Sieg bei den Löwen allerdings das gleiche wie sein Kollege Martin Schwalb nach der Weltklasse-Leistung des HSV gegen Titelverteidiger Ciudad Real (26:22): Er warnte vor verfrühter Euphorie. «Wir haben einen größeren Vorsprung verspielt. Im Rückspiel müssen wir ganz sicher besser spielen, um ins Final Four einziehen zu dürfen», sagte der Isländer.

Auch die Rhein-Neckar Löwen geben sich in diesem Bundesliga-Duell noch nicht geschlagen. «Noch ist alles möglich, wenn jeder alles gibt, wenn jeder an sich glaubt», sagte Bjarte Myrhol. Sein Trainer Ola Lindgren fügte hinzu: «Es ist erst Halbzeit. Wenn wir in Kiel eine bessere Wurfquote schaffen, können wir auch dort gewinnen.»

Die individuelle Klasse und vor allem die Statistik sprechen vor dem Rückspiel aber für den deutschen Meister. Der THW Kiel entwickelt sich langsam zu einem Trauma für die Badener. Im vergangenen Jahr warf er er sie im Halbfinale aus der Champions League, in der laufenden Saison gewann er beide Bundesliga-Spiele. «Wir können zwar besser spielen, aber wichtig war allein der Sieg. Nach diesem sehr harten Kampfspiel ist es schön, eine Woche Pause zu haben, um sich in Ruhe vorzubereiten», sagte Thierry Omeyer.

Kiels Torwart war der überragende Mann der Partie. Am Ende hatte er 18 Würfe der Löwen pariert. «Er ist ein sehr guter Torhüter, aber man darf ihn nicht zum besten der Welt machen», meinte sein Gegenüber Slawomir Szmal und spielte damit auf die schlechte Chancenverwertung der Gastgeber an. Die Löwen hatten keinen Filip Jicha, der vorne die entscheidenden Tore warf, und keinen Omeyer, der hinten auch «Unhaltbares» hielt. So bleiben sie vorerst eine Mannschaft, die sich noch im Aufbau befindet. Erst zwei Wochen zuvor hatten sie das Finale im DHB-Pokal gegen Hamburg mit 33:34 nach Verlängerung verloren.

Der HSV machte den Löwen vor, wie man einen Angstgegner besiegt. Nach fünf Niederlagen in den vorangegangenen sechs Duellen spielte der Bundesliga-Tabellenführer den spanischen Favoriten diesmal phasenweise an die Wand. «Ciudad ist ein Team, das eigentlich nie den Faden verliert», sagte Johannes Bitter. «Wir haben es heute geschafft, sie dazu zu bringen, dass sie nicht wussten, was sie machen sollen.» Trainer Martin Schwalb hielt sich danach aber ähnlich zurück wie Gislason: «Uns erwartet ein ganz, ganz heißes Rückspiel, wir werden hart kämpfen, um da zu bestehen», meinte er.

Am kommenden Sonntag um 19 Uhr wird sich in Spanien entscheiden, wer das erstmals ausgetragene «Final Four» in Köln (29./30. Mai) erreicht. «Mir war klar, dass zwischen beiden Mannschaften nicht viel Unterschied besteht. Beide Teams gehören zu den Favoriten auf den Titel», meinte Ciudad Reals Trainer Talant Duschebaew.