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HSV verliert die Nerven

Der HSV hat seine gute Form aus der Bundesliga erneut nicht in der Champions League bestätigen können. Das Team von Trainer Martin Schwalb kassierte schon die dritte Saisonniederlage in der Königsklasse. Den zweiten Platz und damit das Heimrecht im Achtelfinal-Rückspiel müssen die Hamburger damit so gut wie abschreiben.

Schwalb hatte vor dem Spiel erneut mit Personalproblemen zu kämpfen. Blazenko Lackovic (Schulter) und Krzysztof Lijewski (Magen-Darm-Infekt) fielen aus, Torsten Jansen (Nacken) und Hans Lindberg (Adduktoren) saßen in der ersten Halbzeit auf der Bank. Von dort aus sahen sie wie ihre Teamkollegen den Start in die Partie komplett verschliefen. Der HSV nahm die Zweikämpfe gegen die körperlich robusten Franzosen nicht an, lud die Gäste in der ausverkauften Sporthalle Hamburg damit zum Toreschießen ein. Obwohl Superstar Nikola Karabatic in der ersten Hälfte blass blieb - null Tore bei fünf Versuchen - blieben die Franzosen stets in Führung. Pascal Hens hielt die Hamburger allerdings mit seinem Tor zum 11:13 zwei Sekunden vor der Pausensirene im Rennen.


Schlechte Chancenverwertung

Nach dem Seitenwechsel erwischte der HSV einen Blitzstart, erarbeitete sich so die erste Führung (14:13/35.), knickte dann allerdings erneut ein. "Es gab ein paar Schlüsselphasen, die wir nicht zu unseren Gunsten entscheiden konnten", analysierte Bertrand Gille. Schuld daran war vor allem die mangelhafte Chancenverwertung. Allein Marcin Lijewski leistete sich acht Fehlwürfe. Krasser Gegensatz war Mladen Bojinovic. Montpelliers Serbe traf bei zehn Versuchen zehn Mal.

Insgesamt aber entwickelte sich in der zweiten Hälfte ein Duell auf Augenhöhe. Ab dem 18:19 trafen beide Teams stets im Wechsel. In der Endphase probierten beide Trainer mit der Hereinnahme eines siebten Feldspielers ihr Glück. 17 Sekunden vor Schluss vergab der HSV dann durch einen Fehlpass von Hens die letzte Chance zum Ausgleich. "Vielleicht war die Brust bei uns heute etwas zu breit", mutmaßte Schwalb.