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Millionen-Spiel

Jagd auf Kiel in Champions League

Millionen-Spiel, Star-Auflauf, Export-Schlager: Mit dem Einstand des deutschen Trios um Titelverteidiger THW Kiel nimmt die Handball-Champions-League der Männer Fahrt auf. Die 24 Clubs aus 15 Nationen eint ein Ziel: das Final Four am 28. und 29. Mai in Köln.

Nach der Endrunde werden 3,03 Millionen Euro an Preisgeldern ausgeschüttet worden sein, mehr als 300 Millionen Menschen die Begegnungen am Fernseher verfolgt und die Spieler des Champions-League-Siegers 16 internationale Partien in den Knochen haben. «Wir haben jetzt eine neue Stufe in der Champions League erreicht und sind im europäischen Sportmarkt angekommen», erklärte der Norweger Tor Lian, Präsident der Europäischen Handball-Föderation (EHF).

Vor dem offiziellen Start hatte die SG Flensburg-Handewitt bereits am 22. September beim dreimaligen Titelträger Ciudad Real eine 19:27- Niederlage bezogen. Die Spanier gehören ebenso erneut zu den Favoriten wie der THW Kiel, der am 25. September bei Chambéry HB in Frankreich antritt, und Vorrundenkontrahent FC Barcelona. Der Vorjahresfinalist aus Spanien empfängt die Rhein-Neckar Löwen, bei denen Gudmundur Gudmundsson als Nachfolger des Trainergespanns Ola Lindgren/Kent-Harry Andersson vor seiner ersten Bewährungsprobe steht. Als vierter und letzter Bundesligist steigt der HSV Hamburg einen Tag später bei Montpellier HB ins Geschehen ein.

Auf dem Parkett tummeln sich die Stars. So sind in Bertrand Gille (Hamburg), Ivano Balic (Zagreb), Henning Fritz (Rhein-Neckar Löwen), Arpad Sterbik (Ciudad Real), Nikola Karabatic (Montpellier), Thierry Omeyer (Kiel) und Slawomir Szmal (Rhein-Neckar Löwen) alle Welthandballer seit 2002 dabei.

Nicht nur Ehre und Prestige stehen auf dem Spiel, sondern für Handball-Verhältnisse auch erkleckliche Preisgelder. 495 000 Euro hatte Kiel als Champions-League-Sieger kassiert. An dieser Summe hat sich in der neuen Saison nichts geändert. Durch das erstmalige Titelsponsoring (Velux) sowie neue TV-Verträge rechnet die EHF allerdings mit Mehreinnahmen aus der Vermarktung.

Unabhängig davon erhält jeder Club 40 000 Euro für die Teilnahme an der Gruppenphase, aus der die ersten vier Teams gestaffelt weitere Prämien mitnehmen. Das Erreichen des Achtelfinales bringt 25 000 Euro pro Verein, das Viertelfinale weitere 40 000 Euro. Die vier Halbfinalisten können sich über 100 000 Euro freuen. Der Champions- League-Sieger streicht 250 000 Euro Prämie ein.

Inzwischen hat sich die «Königsklasse» auch zu einem Export- Schlager gemausert. Wie in den vergangenen fünf Jahren überträgt Eurosport alle Partien mit deutscher Beteiligung live. Meist gesehene Partie der Vorsaison war das Finale zwischen Kiel und Barcelona mit durchschnittlich mehr als 900 000 TV-Zuschauern in Deutschland und 28,5 Millionen insgesamt. Europaweit sahen kumuliert 322 Millionen Menschen die 148 Partien am Fernseher. Für die neue Saison wurden Fernsehrechte für ganz Europa, den Mittleren Osten und Nordafrika sowie für Asien verkauft.