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EHF Champions League

Kampf um Europas Handball-Krone: Fans gucken erstmal in die Röhre

Wenn am Donnerstag die Jagd auf Champions-League-Sieger HSV Hamburg beginnt, schauen die deutschen Handball-Fans in die Röhre. Der Königsklassen-Auftakt von Oliver Roggisch mit seinen Rhein-Neckar Löwen wird auf Grund eines noch fehlenden TV-Vermarkters wohl nur im Internet zu sehen sein. Dennoch ist die Vorfreude bei den vier deutschen Vertretern ungebrochen - Ziel ist das EHF Champions League Final4 am 31. Mai/1. Juni 2014 in Köln, auch wenn der große Favorit diesmal ausnahmsweise nicht aus der Bundesliga kommt. „Es gibt in diesem Jahr nur einen klaren Favoriten - und der heißt FC Barcelona“, sagte Meistertrainer Alfred Gislason vom THW Kiel im Sonderheft der HANDBALLWOCHE zur neuen Champions League-Saison, das seit Dienstag im Handel erhältlich ist.

Und auch Martin Schwalb, Coach vom Titelverteidiger HSV, hat die Katalanen ganz oben auf der Rechnung: „Nachdem sie gegen uns das Finale verloren hatten, hat Barcelona mächtig nachgeladen.“ Mit dem französischen Superstar Nikola Karabatic und Wurfmaschine Kiril Lazarov hat der spanische Meister seinen ohnehin schon exquisiten Kader im Sommer noch einmal kräftig aufgemotzt. Beim Sieg bei der Club-WM gegen den HSV unmittelbar vor Beginn der neuen Serie ließ das Starensemble bereits seine Muskeln spielen.

Barcelona war 2011 die einzige nicht-deutsche-Mannschaft, die das seit 2010 ausgespielte Final-Turnier in Köln gewinnen konnte. 2010 und 2012 siegte Kiel, im Juni dieses Jahres der HSV. Während Hamburg (26. September) und der THW (29. September) erst in der kommenden Woche in den finanziell lukrativen Wettbewerb (Sieger erhält bis zu 500.000 Euro Prämie) einsteigen, beginnt das Abenteuer Königsklasse für die Löwen und die SG Flensburg-Handewitt schon jetzt. „Ich freue mich auf jedes einzelne Spiel“, sagte Löwen-Kapitän Uwe Gensheimer vor dem ersten Auftritt gegen den ukrainischen Meister HC Motor Saporoschje am Donnerstag (19 Uhr). Der Linksaußen hat gute Erinnerungen an die letzte Champions-League-Teilnahme der Mannheimer: 2012 erreichte der aktuelle EHF-Pokalsieger das Halbfinale, und Gensheimer avancierte zum Torschützenkönig. „Köln ist ein absolutes Highlight im Kalender des Vereinshandballs, und es ist für unsere Sportart gut, dass wir solche Fixpunkte haben“, sagte Gensheimer. Die Löwen starten allerdings als Außenseiter in der Gruppe B. Favorit ist das ungarische Spitzenteam von MKB Veszprem mit dem genialen Rückraum-Shooter Laszlo Nagy.

Deutlich forschere Töne schlägt der deutsche Vizemeister Flensburg an. Nach dem bitteren Aus im letztjährigen Viertelfinale gegen den HSV ist das Finalturnier erklärtes Ziel. „Diesmal wollen wir die gesamte Distanz bis Köln meistern“, sagte SG-Kapitän Tobias Karlsson vor dem Startschuss gegen den dänischen Meister Aalborg am Sonntag (15.00 Uhr), „unser erstes Ziel muss daher lauten: Gruppensieger werden“. Darum dürften sich die Flensburger mit dem HSV streiten, der ebenfalls in Gruppe D startet. Ähnlich unbeschwert wie der Flensburger Erzrivale wird der THW Kiel wohl kaum in die Gruppenphase starten. Nach der schmerzhaften Halbfinal-Niederlage gegen den HSV wollen die Zebras unbedingt wieder nach dem Titel greifen. Dafür muss das neu formierte Team von Trainer Gislason mit den beiden starken polnischen Mannschaften aus Kielce (mit dem spanischen Weltmeister Julen Aguinagalde) und Plock (mit dem Ex-Hamburger Marcin Lijewski) sowie den Dänen von KIF Kolding Kopenhagen (mit dem Ex-Kieler Kim Andersson) bereits in der Gruppenphase drei schwere Brocken aus dem Weg räumen.