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Kiel und Flensburg kämpfen um Köln

„Haushohe“ Hürde für Kiel, „große Herausforderung“ für Flensburg: Die letzten verbliebenen deutschen Vertreter stehen im Kampf um das Final Four der Champions League vor Mammut-Aufgaben. Während die SG Flensburg-Handewitt gegen KS Vive Kielce sogar leicht favorisiert wird, findet sich der THW Kiel vor dem Viertelfinal-Kracher gegen den FC Barcelona in ungewohnter Underdog-Rolle wieder.

„Wenn wir keine zwei überragenden Spiele abliefern, haben wir keine Chance“, sagte THW-Trainer Alfred Gislason vor dem Duell mit dem Titelverteidiger der Handballwoche und kürte die Katalanen kurzerhand zum „haushohen Favoriten“. Nach dem vierten Platz im vergangenen Jahr würde der Königsklassen-Champion von 2007, 2010 und 2012 aber zu gerne wieder nach dem Titel greifen. Und so geben sich die Zebras auf ihrer Internetseite auch deutlich angriffslustiger: „Hasta la vista, Barcelona!“, heißt es dort vor dem Heimspiel am Sonntag (19.30 Uhr/Sky) in Anlehnung an den legendären Ausspruch Arnold Schwarzeneggers im Blockbuster Terminator.

Allerdings fehlt Rechtsaußen Niclas Ekberg. Der Schwede zog sich beim 22:22-Unentschieden des Rekordmeisters beim HBW Balingen-Weilstetten einen Muskelfaserriss in der Wade zu.  Die Motivation für die Kieler, die am Sonntag mit Filip Jicha, Gudjon Valur Sigurdsson und Wael Jallouz gleich drei ehemalige THW-Cracks in der Halle an der Ostsee begrüßen, könnte kaum größer sein: Bei einem Sieg winkt das Final Four in Köln - und damit neben dem sportlichen Prestige auch eine Menge Geld. 500.000 Euro bekommt der Titelträger in dieser Saison - das sind 150.000 Euro mehr als zuletzt. Allein die Teilnahme am Finalturnier in der Domstadt wird mit 100.000 Euro belohnt. „Mein Verstand spricht für Barcelona, das Herz für Kiel“, sagte Sky-Experte Martin Schwalb dem SID und bezifferte die Chancen des THW gegen das katalanische Starensemble auf 40 Prozent. „Jeder Spieler muss in beiden Spielen seine persönliche Bestleistung abrufen, dann kann es was werden“, sagte Schwalb, der die Champions League 2013 mit dem HSV Hamburg gewonnen hatte.

Deutlich besser schätzt er die Aussichten der Flensburger ein. „Sie haben eine echte Chance, das zu packen“, sagte Schwalb: „Sie machen einen sehr eingespielten Eindruck - und der Gegner heißt nicht Barcelona.“ Auch der Titelträger von 2014 hat gegen das polnische Spitzenteam von Kielce zunächst Heimrecht. „Die Heimkulisse müssen wir nutzen, um im ersten Spiel gleich viel Druck aufzubauen“, sagte Rechtsaußen Lasse Svan vor dem Hinspiel am Samstag (17.30 Uhr/Sky). Ähnlich sieht es Spielmacher Rasmus Lauge: „In jedem Fall erwartet uns eine große Herausforderung. Ich sehe aber gute Chancen - vor allem wenn es uns gelingt, zu Hause vorzulegen.“ Im Rückspiel am Mittwoch fällt dann die Entscheidung. Sollten beide deutschen Teams scheitern, droht übrigens eine traurige Premiere: Noch nie fand das Final Four ohne deutsche Beteiligung statt, bei den bisherigen sechs Endrunden in Köln hatte sich bislang immer mindestens ein Team für das Halbfinale qualifiziert.

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