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Löwen verspielen noch den Sieg

Am Ende jubelte die eine Mannschaft, während die andere die Köpfe hängenließ, dabei endete das Spiel zwischen Löwen und Zebras Unentschieden. Im Sport gibt es eben auch gefühlte Niederlagen beziehungsweise Siege, was den 12.337 Zuschauern in der SAP-Arena vor Augen geführt wurde. Die Heim-Sieben war bis fünf Minuten vor dem Ende das bessere Team und führte deshalb zu diesem Zeitpunkt auch mit drei Toren, im Schlussspurt sicherten sich die Kieler dann aber doch noch einen Punkt.

Im Grunde hätten die THW-Verantwortlichen die Halle also mit einem breiten Grinsen verlassen können, doch zwei Szenen in der 23. und 39. Minute sorgten für finstere Mienen bei Alfred Gislason und Co. Zunächst zog sich Marcus Ahlm bei einer Abwehraktion einen Mehrfachbruch in der linken Mittelhand zu und steht dem Coach in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung. Wenig später rutsche Christian Sprenger beim Versuch, den Ball vor der Torauslinie zu erwischen, in eine Werbebande und verletzte sich am Fuß. Auch dem Rechtsaußen droht eine längere Pause, eine MRT-Untersuchung am Montag sollte darüber Aufschluss geben.

"Mit dem Unentschieden bin ich natürlich zufrieden, aber wir den Punkt teuer bezahlt", kommentierte Gislason den personellen Aderlass, den Tobias Reichmann komplettierte. Der zweite Rechtsaußen trug eine Stauchung an der linken Wurfhand davon.

Die Löwen, gut auf- und eingestellt beherrschten die erste halbzeit und behaupteten nach 30 Minuten eine Drei-Tore-Führung (17:14). Nach dem Wechsel versuchte Gislason, den bis dahin bärenstarken Bielecki mit einer kurzen Deckung durch Klein aus dem Spiel zu nehmen, die Badener blieben aber dennoch das dominante Team und lagen zwölf Minuten vor Schluss 28:23 und damit (eigentlich) souverän vorne. In der "Crunch-Time" zeigten die Kieler dann aber eindrucksvoll ihre Klasse, während die Löwen Angst vor dem Sieg zu bekommen schienen.