"Mr. Champions League" will nach Köln - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
 

"Mr. Champions League" will nach Köln

Für die Rhein-Neckar Löwen hat die entscheidende Phase der Saison begonnen. Und die Badener scheinen rechtzeitig auf dem Weg zu ihrer Top-Form zu sein. Beeindruckend waren die Vorstellungen, mit denen die Mannschaft von Ola Lindgren zwei Mal gegen Valladolid gewann, und unter der Woche auch gegen den VfL Gummersbach in der Liga triumphierte. Kein Wunder, dass die Stimmung innerhalb des Teams konzentriert aber ausgelassen ist. Nach dem Rückspielerfolg gegen die Spanier tollte Oliver Roggisch mit dem Sohn von Sławomir Szmal durch die Halle, während sich seine Kollegen freudestrahlend in die Arme fielen.

"Wir bringen im Moment sehr gute Leistungen", sagte Szmal nach der Partie. Es scheint sich jetzt auszuzahlen, dass Lindgren vor etwa drei Wochen das Tempo anzog, noch einmal Grundlagentraining absolvierte, um sein Team körperlich darauf vorzubereiten, über einen langen Zeitraum ein hohes Tempo gehen zu können.

In der Offensive führte Snorri Guðjónsson glänzend Regie und trat auch als sechsfacher Torschütze in Erscheinung. Der Spielmacher ist derzeit so gut wie nie zuvor im Löwendress. "Bei Snorri sieht man, dass es gut tut, wenn die Zukunft geklärt ist", erklärte Thorsten Storm, Manager bei den Löwen. Der Isländer Guðjónsson befindet sich derzeit auf der Abschiedstour bei den Badenern, nach der Saison wechselt er zurück in die dänische Liga, zum Löwen-Kooperationspartner AG Håndbold.


Manojlovic wie beflügelt

Gelassener und dadurch stärker wirken derzeit auch Oliver Roggisch und Henning Fritz, die ihre Verträge bei den Löwen verlängert haben. Vor der heißen Phase der Saison ist nur Nikola Manojlovic im Unklaren über seine Zukunft nach dem 30. Juni 2010. Den Serben scheint dies jedoch eher zu beflügeln, denn im Augenblick ist er aus der Abwehr der Löwen gar nicht mehr wegzudenken.

Gegen Valladolid schwang sich Ólafur Stefánsson zu einer seiner besten Vorstellungen im Trikot der Löwen auf. Der Halbrechte, der in seiner Karriere schon vier Mal die Champions League gewann, erzielte sieben Treffer und glänzte darüber hinaus als Ideengeber. Der Isländer wird ehrfurchtsvoll "Mr. Champions League" genannt, weil er immer dann zur Stelle ist, wenn es in der Königsklasse um etwas geht. In den beiden zurückliegenden Jahren war Stefánsson jeweils bester Torschütze in den Finalduellen des THW Kiel gegen Ciudad Real.

Stefánsson scheint vorbereitet für die kommenden Aufgaben der Löwen. Für das Viertelfinale hat er allerdings keinen Wunschgegner, auch kein Duell gegen seinen ehemaligen Club aus Ciudad Real. "Ich wünsche mir, dass wir die bessere Mannschaft sind", sagte der 36-Jährige vor der Auslosung. Und nur zu gerne wäre Stefánsson beim erstmalig veranstalteten Final-Four-Turnier in Köln dabei. Schließlich sind es diese großen Spiele, in denen der Isländer bisher seine größten Leistungen abrief.