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VELUX EHF Champions League

Neues Geld erleichtert HSV Sparzwang

Die Hintertür klemmte, aber der HSV Hamburg ist drin. Über den Umweg Wildcard-Turnier und mit verdammt viel Glück hat sich der hanseatische Handball-Bundesligist für die Champions League qualifiziert. „Ich freue mich für den HSV. Das ist enorm wichtig, gerade in seiner Sparphase. Da sind zusätzliche Einnahmen dringend notwendig“, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), am Montag.

Erst in der Verlängerung des Finals hatte sich der HSV am Sonntagabend gegen den französischen Gastgeber Saint-Raphaël Var mit 32:31 (27:27, 13:15) durchgesetzt. Fünf Minuten vor dem regulären Ende waren die Norddeutschen eigentlich schon draußen. Da führten die Franzosen mit vier Toren Vorsprung. „Am Ende hatten wir aber zum Glück noch die Kraft“, stöhnte Trainer Martin Schwalb.

Nun muss der HSV gegen Ademar Leon, Montpellier AHB, Partizan Belgrad, Medwedi Tschechow und den Bundesliga-Rivalen SG Flensburg-Handewitt in der Gruppe A der Champions-League-Hauptrunde antreten. Hätten die Hamburger das Qualifikationsturnier nicht gewonnen, wären sie in den kleineren und weniger lukrativen EHF-Cup gesteckt worden. „Im EHF-Cup kann man frühestens ab Halbfinale Geld verdienen. Bis dahin zahlt man drauf“, sagte Bohmann. „In der Champions League lohnt es sich dagegen schon, wenn man die Gruppenphase überstanden hat.“

Schon ab Viertelfinale in der Champions League kann jedes Team mit 150.000 bis 200.000 Euro rechnen. Schafft es gar den Einzug ins Final Four der vier Besten, sind mindestens 300.000 bis 350.000 Euro zu erwarten. In der Königsklasse gibt es zudem die wesentlich attraktiveren Rivalen, deshalb fallen die Zuschauereinnahmen höher aus und übertreffen die Reisekosten. Im EHF-Cup ist das in der Regel umgekehrt.

Ex-Meister HSV muss in dieser Saison kleinere Brötchen backen, seit sich der Mäzen und einstige Präsident Andreas Rudolph zurückgezogen hat. Der Etat ist um knapp eine Million Euro im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Die Spieler sollen auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichten. Gespräche werden derzeit geführt. „Der Wille vieler ist da“, verriet Andreas Rudolphs Bruder Matthias, der das Präsidenten-Amt beim HSV übernommen hat, der „Bild“-Zeitung (Montag).

Die Bundesliga ist mit der geballten Ladung von vier Teams in Europas Vorzeige-Wettbewerb eingezogen: Titelverteidiger THW Kiel, Flensburg-Handewitt, Füchse Berlin und eben HSV. Spanien hat drei Mannschaften am Start, Olympiasieger Frankreich nur zwei. „Derzeit wird es wohl so bleiben. Die Clubs aus wenigen Ländern bestimmen das Niveau“, sagte Bohmann.