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Prostest von den Spaniern

Die Zuschauer in der ausverkauften Arena kamen voll auf ihre Kosten und das 38:38-Unentschieden zwischen den Löwen und dem FC Barcelona wird die EHF wohl noch etwas beschäftigen. Die Spanier kündigten nach einer dramatischen Partie an, Protest gegen den Ausgang einzulegen, weil sie den letzten Wurf von Victor Tomás innerhalb der regulären Spielzeit hinter der Linie wähnten, während die dänischen Schiedsrichter dem vermeintlichen Treffer die Anerkennung verweigerten.

Das Nicht-Tor war der letzte Akt einer spannungsgeladenen Begegnung, der die Löwen in der ersten Hälfte ihren Stempel aufdrückten. In den ersten 20 Minuten agierten sie in der Nähe der Perfektion und brachten die Halle bis zum 17:9-Zwischenstand zum Beben. "Das war unsere beste Saisonleistung", urteilte Oliver Roggisch später.

Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Spanier anschließend mehr und mehr Zugriff auf das Spiel bekamen und bis zur 44. Minute zum Ausgleich kamen (29:29). "Barcelona ist eine Weltklasse-Mannschaft und gegen die kann man sich nie sicher sein", erklärte Roggisch.


Auf höchstem Niveau

Bis in die Schlussminute hinein bekämpften sich beide Teams auf höchstem Niveau und als Uwe Gensheimer 40 Sekunden vor dem Ende seinen 15. Treffer zum 38:38 markierte, wurde es noch einmal spannender. Zunächst hatte "Barça" die Chance zum Sieg, doch den Wurf von Iker Romero blockte Oliver Roggisch und brachte die Löwen noch einmal in Ballbesitz. In doppelter Überzahl blieben den Badenern sechs Sekunden, als der Pass von Karol Bielecki nicht Olafur Stefansson, sondern Tomás erreichte, der die Kugel ins leere Tor warf.

Aus Sicht der Schiedsrichter jedoch einen Wimpernschlag zu spät, so dass es beim insgesamt verdienten Remis blieb. "Das spanische Fernsehen beweist eindeutig, dass der Ball die Linie rechtzeitig überschritten hat", grantelte FCB-Coach Xavier Pascual. Mit dem Unentschieden haben die Rhein-Neckar Löwen beste Chancen, den zweiten Platz in der "Hammergruppe A" bis zum Schluss zu verteidigen. Das wäre von Bedeutung für den weiteren Verlauf des Wettbewerbs.