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Nach Champions-League-Aus

Redebedarf beim THW Kiel

Sogar spät am Sonntagabend gab es noch Redebedarf. Die führenden Profis des THW Kiel, Filip Jicha, Marcus Ahlm, Daniel Narcisse und auch Torhüter Thierry Omeyer, diskutierten bei einem Bier noch lange über die 33:36 (15:19)-Heimniederlage gegen den FC Barcelona.

Sie suchten nach den Gründen für das Viertelfinal-Aus in der Champions League, das historische Ausmaße hat. Schließlich hatte der entthronte Titelverteidiger zuletzt viermal in Serie das Endspiel des wichtigsten Clubwettbewerbs erreicht.

Die Reaktionen fielen recht unterschiedlich aus. Welthandballer Jicha erkannte die Überlegenheit des Gegners neidlos an. «Wir hatten von Beginn an keine Chance, Barcelona hat jeden Fehler eiskalt genutzt. Ein Tor Differenz wäre Pech oder Dummheit gewesen, so ist die Wahrheit eine andere: Sie waren besser», sagte der Tscheche. Auch der schwedische THW-Kapitän Ahlm erwies sich als Sportsmann: «Barcelona war sehr stark, so ist das nun einmal im Sport.»

Ahlm nannte als Gründe mangelndes Tempospiel, Hektik im Abschluss und Schwächen in der Abwehr. Dazu kam der kurzfristige Ausfall des Rückraumstars Narcisse (Wadenzerrung). Christian Zeitz haderte mit den vergebenen Chancen im Angriff. «Wir wollten zu sehr mit demKopf durch die Wand, haben nicht konsequent genug auf unsere Chancen gewartet», sagte der Rückraum-Linkshänder.

Trainer Alfred Gislason hingegen machte dagegen das dänische Schiedsrichterduo Martin Gjeding/Mads Hansen für das Aus verantwortlich. «Ich will nicht den Mourinho machen, aber sie waren heute nicht unparteiisch», sagte er mit grimmiger Miene. Der 51 Jahre alte Isländer sah sich als Opfer einer Verschwörung.

Seiner Ansicht nach wollte der Veranstalter des Wettbewerbs, die Europäische Handball-Föderation (EHF), nach dem HSV Hamburg und den Rhein Neckar-Löwen einer dritten deutschen Mannschaft den Zugang zum Final-Four-Turnier in Köln (28./29. Mai) verwehren. Daran habe er das erste Mal gedacht, als die Löwen sich am Samstag für die Endrunde qualifizierten, berichtete Gislason. «Leider ist der Handball sehr leicht zu beeinflussen.»

Nach dem Aus in der Königsklasse droht dem Seriensieger nun die erste titellose Saison seit 2003. Noch zwei Chancen bieten sich dem Rekordmeister: Zunächst der DHB-Pokal, der am nächsten Wochenende in Hamburg vergeben wird. Und Mitte Mai fahren die Zebras zum «Super Globe», der inoffiziellen Club-Weltmeisterschaft. Doch darüber sprach am Sonntagabend noch niemand. Zu tief saß die Enttäuschung über die Niederlage.

 

KOMMENTARE

Handballer, 04.05.11, 12:01 Uhr
Schade, dass es immer noch keinen Bericht über den Sieg des HSV gegen die RNL gibt. Aber dann nutze ich eben diesen. mehr »
G. Hellmuth, 04.05.11, 01:24 Uhr
THW hin, Schiedsrichter her… Als der THW zuhause gegen die Löwen verloren hat, hatte ich den Eindruck, dass die mehr »
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