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Hamburg verpasst Finale

Schwalb geht ohne Krönung

Zufrieden, aber ohne Krönung: Martin Schwalb verlässt die Trainerbank des HSV Hamburg als deutscher Meister, ein Coup als möglicher Nachfolger des THW Kiel auch als Champions-League-Sieger blieb für den 48-Jährigen jedoch aus.

«Das ist das letzte Champions-League-Spiel für Martin Schwalb als Trainer des HSV Hamburg», sagte der einstige Handball-Nationalspieler vor dem «kleinen Finale» in Köln gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Nicht kampflos, aber ohne den nötigen Siegeswillen hatte der deutsche Meister beim Endrunden-Turnier Final4 in Köln sein Halbfinale gegen Ciudad Real mit 23:28 (10:12) verloren. «Bei so einem Spiel müssen alle Spieler in Top-Form sein und das haben wir nicht geschafft. Aber das macht uns die Saison nicht kaputt», erklärte der Trainer und fügte an: «Ich bin trotzdem stolz auf die Mannschaft.» Die Löwen waren ebenfalls im Halbfinale gescheitert: mit 28:30 (12:12) am FC Barcelona.

Der Partie um Platz drei kann Schwalb nur wenig abgewinnen. «Ich liebe solche Spiele», meinte er und verdrehte demonstrativ die Augen. Das Duell sei für ihn nebensächlich. Aber: «Wir haben nichts zu verschenken. Und dann werden wir nach Hause fahren und Mittwoch die Meisterschale in Empfang nehmen», meinte der Olympia-Zweite von 1984.

Das Halbfinal-Aus bewertete der frühere Nationalspieler als wenig tragischen Betriebsunfall. Nicht die Nachfolge des THW Kiel als Champions-League-Sieger, sondern allein die Meisterschaft sei der Anspruch gewesen. «Wenn man eine Mannschaft so lange trainiert wie ich, und das waren jetzt sechs Jahre, und man als Ziel die deutsche Meisterschaft ausgibt, muss man sich auch treubleiben, wenn man das schafft», sagte Schwalb. «Der HSV Hamburg wird noch viele Chancen bekommen, die Champions League zu gewinnen.»

Seinen Spielern habe es an Kraft gefehlt, nachdem der Druck durch den vorzeitigen nationalen Titelgewinn abgefallen war. Er ließ damit auch durchblicken, bei seinen Spielern den letzten Biss vermisst zu haben. Der pausierende Auswahltorhüter Johannes Bitter teilte die Einschätzung: «Es fehlte etwas. Der Kick war nicht da, die 102 Prozent, die man braucht, um so eine Abwehr auseinander zu spielen. Deswegen bin ich traurig und enttäuscht», gestand der starke Schlussmann.

Schwalb indes nahm sich das Halbfinal-Aus nicht so zu Herzen. Ihm reicht es, seinem Nachfolger Per Carlen den Club als Meister zu übergeben. Schwalb selbst übernimmt ab 1. Juli beim HSV das Amt des Geschäftsführers und malt seinem Verein eine rosige Zukunft. «Der HSV ist gut aufgestellt. Wir sind eine gute Mannschaft und da machen wir weiter», versprach Schwalb.

Der sehr entspannt wirkende Schwalb, lange auch als potenzieller Nachfolger des scheidenden Bundestrainers Heiner Brand gehandelt, erwartet zu seinem Abschied als Trainer eine emotionale Woche. Noch zwei Bundesliga-Spiele, die Übergabe der Meisterschale am Mittwoch nach der Partie gegen den TBV Lemgo und die Titelfeier am Sonntag auf dem Hamburger Rathausbalkon - für den Schwaben Schwalb stehen die Saisonhöhepunkte noch bevor.

«Da werden sicher ein paar Tränen verdrückt. Wehmut ist bei mir aber nicht dabei. Ich werde ein paar Gefühle haben. Wir werden am Sonntag auf dem Rathausbalkon mit den Fans feiern und darauf freue ich mich», sagte Schwalb.

 

KOMMENTARE

Chrissy aus Kiel, 31.05.11, 13:06 Uhr
Warum hat man als Fan oder Spieler beim Final Four in Köln nichts zu suchen, nur weil der "eigene" Verein nicht mehr »
Tota, 31.05.11, 11:26 Uhr
Mein Schwalb, wie konntest du nur Duvnjak nach der 15 min rausholen, wo es doch unentschieden war und er gerade erst mehr »
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