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VELUX EHF Champions League

Schwere Vorwürfe aus Zagreb

Vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League beim THW Kiel am Sonntag (17.30 Uhr/Eurosport) hat der Klubchef von RK Zagreb schwere Vorwürfe erhoben. Wie die Kieler Nachrichten am Freitag berichteten, behauptet Zoran Gobac, der Präsident des kroatischen Serienmeisters, dass das Hinspiel (31:31) manipuliert worden sei, um zumindest einer deutschen Mannschaft den Weg zum Finalturnier in Köln zu ebnen.

In einem Interview mit dem kroatischen Internetportal vecernji.hr habe Gobac, so das Blatt weiter, die Nominierung der litauischen Schiedsrichter kritisiert. Gobac wird mit den Worten zitiert: „Die beiden haben uns mit der Unterstützung des griechischen Delegierten den Sieg genommen.“ Die EHF habe, so Gobac weiter, nach der deutlichen Niederlage der Füchse Berlin befürchtet, das Final-Four ohne deutschen Verein austragen zu müssen. „Der EHF ist das Geschäft wichtiger als der Handball“, sagte Gobac, der als mächtigster Handball-Funktionär auf dem Balkan gilt.  

Zagrebs Manager Ante Ancic wiederholte die Kritik gegenüber der Zeitung. „Wir haben uns das Spiel noch einmal angesehen und 14 Entscheidungen gefunden, die gegen uns getroffen wurden“, sagte Ancic.   Der THW reagierte gelassen. Manager Klaus Ellwardt bezeichnete die Vorwürfe als „völlig aus der Luft gegriffen“. Die EHF hat den RK Zagreb um eine Stellungnahme gebeten. Eine Antwort steht noch aus.

In der Vergangenheit hatte bereits ein Prozess um einen vermeintlichen Kieler Manipulationsskandal für Furore gesorgt. Dem früheren THW-Manager Uwe Schwenker und Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic war vorgeworfen worden, mit Hilfe eines kroatischen Mittelsmannes die Schiedsrichter des Finalrückspiels der Champions League 2007 bestochen zu haben. Das Gericht hatte die Angeklagten im Januar nach 19 Verhandlungstagen freigesprochen, die Staatsanwaltschaft beantragte in der vergangenen Woche allerdings Revision.