Der Rückraum harmoniert prächtig - Starke Deckung, guter Gegenstoss: Löwen souverän im Viertelfinale - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
Der Rückraum harmoniert prächtig

Starke Deckung, guter Gegenstoss: Löwen souverän im Viertelfinale

Als die Fans der Rhein-Neckar Löwen von ihrem Team die "Humba" einforderten, erreichte die Stimmung in der SAP Arena noch einmal einen Höhepunkt. Das gemeinsame Feiern der Badener mit ihrem Anhang rundete einen erfolgreichen Ostersonntag für die Löwen ab, die mit einer starken und souveränen Leistung das Ticket für das Viertelfinale in der Champions League buchten. Über 60 Minuten kontrollierte die Mannschaft von Ola Lindgren ihren Gegner BM Valladolid und siegte nach dem 30:29 im Hinspiel auch in eigener Halle mit 37:33.

Den Grundstein für den Sieg legten die Löwen bereits in der Anfangsphase. Vor ausverkaufter Halle begann das Heimteam unglaublich aggressiv in der Abwehr und stellte den Tabellendritten der spanischen Liga Asobal damit vor große Probleme. Die daraus resultierenden Ballgewinne nutzten die Badener zu einfachen Toren und lagen nach zwölf Minuten mit 10:4 in Führung. Die Lindgren-Truppe ruhte sich nicht auf dem Vorsprung aus und hielt das hohe Tempo gegen die überrascht wirkenden Spanier aufrecht.

Nach 24 Minuten und dem 18:9-Zwischenstand war bereits eine Vorentscheidung gefallen. Mitentscheidend dafür war auch die Tatsache, dass die Löwen im Angriff immer eine Antwort auf die Aufgaben hatte, die ihnen Valladolid stellte. Juan Carlos Pastor, der BM-Coach, wechselte seine Defensivformationen oft um. Der frühere spanische Nationaltrainer versuchte es mit einer 4:2-Deckung, mit einer 5:1-Formation oder mit einer skandinavischen 6:0 - am Ende fand er keinen Schlüssel, um die Angriffswelle der Löwen zu stoppen. "Wir haben vorne am Anfang alles getroffen, das hat die Lockerheit gegeben", sagte Sławomir Szmal, der sich im Tor stehend anschauen konnte, wie die eigenen Spielzüge beinahe perfekt umgesetzt wurden.

In den ersten 30 Minuten spielten die Löwen wie aus einem Guss und begeisterten das eigene Publikum. "Die Atmosphäre war wirklich toll", freute sich Szmal und wünschte sich eine ähnliche Stimmung für das Viertelfinale.

In der zweiten Halbzeit hielten die Löwen den Vorsprung konstant bei fünf bis sieben Toren, so dass das Weiterkommen in keiner Phase in Gefahr geriet. "Wir haben nach der Pause ein bisschen die Abwehr vergessen", grantelte Szmal zwar, doch die weiterhin gute Angriffsleistung kompensierte die kleinen Konzentrationsschwächen. Der Löwen-Rückraum mit Karol Bielecki, Snorri Guðjónsson und Ólafur Stefánsson harmonierte prächtig und erzielte gemeinsam 19 Treffer. Zudem profitierte Kreisläufer Bjarte Myrhol von den schlauen Zuspielen und netzte neun Mal ein. "Die Löwen waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft", sagte Valladolids Torwart-Veteran Tomas Svensson, für den der Grundstein für das Ausscheiden im Hinspiel gelegt wurde.