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Kieler Prozess

Storm bestreitet Erpressung des THW Kiel

Am zehnten Verhandlungstag des Kieler Handballprozesses musste Geschäftsführer Storm von den Rhein-Neckar Löwen aussagen. Thorsten Storm hat vor Gericht bestritten, den deutschen Rekordmeister THW Kiel erpresst zu haben.

Am zehnten Verhandlungstag des Prozesses wurde der Zeuge am Montag vor der 5. Großen Strafkammer im Kieler Landgericht vom vorsitzenden Richter Matthias Wardeck gefragt, ob er sein Wissen um Manipulationsvorwürfe als Druckmittel bei den Verhandlungen um den geplanten Wechsel des THW-Profis Nikola Karabatic eingesetzt hat. «Nein. Deswegen habe ich ja einen Anwalt hinzugezogen», antwortete der Geschäftsführer der Rhein Neckar-Löwen.

Im Rahmen der sechsstündigen Befragung berichtete Storm von seiner Version der Ereignisse vor Bekanntwerden des Skandals am 28. Februar 2009. Schon um den 29. Dezember 2008 herum, als Serdarusic einen ab Sommer 2009 laufenden Trainervertrag bei den Löwen unterschrieben hatte, habe der frühere THW-Coach ihm «Andeutungen gemacht», sagte Storm. Er bestätigte auch eine Aussage des Löwen-Anwalts Christian Wiegert, wonach er dem Juristen bereits Mitte Januar 2009 erklärt habe, Serdarusic habe «etwas gegen Uwe Schwenker in der Hand». Schwenker, so hieß es, habe in der Champions League bestochen.

Schwenker und dem Mitangeklagten Serdarusic wird vorgeworfen, das Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt durch Schiedsrichterbestechung manipuliert zu haben. Beide bestreiten dies. Storm berichtete, Schwenker habe ihm gegenüber nie erklärt, an Manipulationen beteiligt gewesen zu sein. Vielmehr habe ihm der Angeklagte am Rande der WM 2009 in Zagreb versichert, alle Vorwürfe widerlegen zu können. «Uwe hat gesagt, er kann das Gegenteil belegen.»

Detailliert schilderte Storm jenes Treffen vom 11. Februar 2009, als Serdarusic in seinem Kieler Haus drei Löwen-Vertreter empfing und vermeintliche Beweise der Bestechung präsentiert haben will. Dabei ging es auch um eine ominöse Selbstanzeige, die der mutmaßliche Mittelsmann Nenad Volarevic bei einem Berliner Rechtsanwalt gemacht haben soll. Volarevic, so vermutet die Staatsanwaltschaft, habe den polnischen Schiedsrichtern Geld übergeben.

Zu Beginn der Zeugenaussage hatte die Verteidigung von Serdarusic versucht, die Aussagen Storms über die Gespräche der Löwen mit dem Trainer am 25. Januar und 11. Februar 2011 zu verhindern. Dem Antrag des Rechtsanwalts Marc Langrock, der sich auf arbeitsrechtliche Bedenken gründete, folgte die Kammer aber nicht. Am Dienstag hat die Verteidigung Gelegenheit, den Zeugen zu befragen.