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Exklusive Vorschau auf den letzten Gruppenspieltag der Champions League

Von 1 bis 4 ist alles möglich

“1, 2 oder 3 – du must dich entscheiden“ hieß es früher in der Kindersendung von Michael Schanze. Genau dieses Motto haben aber auch die vier deutschen Champions-League-Vertreter vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase. Da alle schon frühzeitig fürs Achtelfinale qualifiziert waren, geht es zum Rundenabschluss nun um die bestmögliche Ausgangslage für das Achtelfinale – und darum, das vergangene Wochenende mit vier Siegen aus vier Spielen zu wiederholen. Die Chancen stehen gut, auch wenn vor allem die Löwen vor einer hohen Auswärtshürde stehen.

Die Abschluss-Positionen in den Gruppen entscheiden über die Gegner in der gesamten K.o.-Phase – daher sollte man Ausrutscher vermeiden. Wie spannend und in der Spitze auch ausgeglichen die „Königsklasse“ diese Saison ist, zeigt die Tatsache, dass erst ein Gruppensieger feststeht und noch insgesamt sechs Mannschaft in den drei übrigen Gruppen um den begehrten Spitzenplatz kämpfen. Sogar noch sieben Mannschaften streiten sich am letzten Spieltag um die letzten drei freien Plätze fürs Achtelfinale.

Die Runde der letzten 16 Teams wird am Montagabend in Wien ausgelost – und je nach Platzierung kann es dort schon zu einem deutsch-deutschen Duell kommen. Die Gruppensieger treffen auf die Viertplatzierten, die Zweiten auf die Dritten.

 

Gruppe A:

Chambery Savoie (FRA) – Rhein Neckar Löwen (GER) – Samstag, 17.30 Uhr (live auf Eurosport)

Pivovarna Lasko Celje (SLO)  – FC Barcelona-Borges (ESP) – Samstag, 18.00 Uhr

Vive Targi Kielce (POL) – THW Kiel (GER) – Sonntag, 18.30 Uhr (live auf Eurosport)

THW Kiel oder Rhein Neckar Löwen – wer wird Sieger der Gruppe A? Die Zebras, die beim Wenta-Team in Kielce antreten, haben die bessere Ausgangslage, während die Löwen in Chambery vorlegen müssen. Siegen die Mannheimer am Samstagabend nicht bei den heimstarken Franzosen, stehen die Kieler bereits als Gruppensieger fest. Gewinnen die Löwen, benötigt Kiel nur ein Remis, um Erster zu werden. Die Aufgabe der Löwen ist durchaus schwieriger als die des THW. Erstens muss Chambery gewinnen, um noch Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale zu haben, zweitens haben die Franzosen in dieser Saison erst ein Heimspiel (gegen den THW) verloren, und unter anderem gegen Barcelona gewonnen. Die Löwen müssen weiterhin auf den am Knie operierten Torwart Slawomir Szmal verzichten. Auch wenn das Hinspiel klar mit 37:22 für die Mannheimer endete, muss dies in der Höhle der Löwen nichts heißen. Kielce will sich – nachdem seit zwei Wochen das Weiterkommen unmöglich ist – mit Anstand aus der Champions League verabschieden. Kiel gewann das Hinspiel mit 33:29.

Im Fernduell zwischen Chambery und Celje entscheidet sich der vierte Platz, beide sind derzeit punktgleich, sollte dies auch nach dem zehnten Spieltag Bestand haben, wären die Slowenen dank des gewonnen Direktvergleichs weiter. Für Barcelona geht es eigentlich um nichts mehr als die Ehre, da sie vom dritten Platz nicht mehr vertrieben, aber auch Löwen und THW nicht mehr gefährlich werden können.

 

Gruppe B:

HSV Hamburg (GER) – KIF Kolding (DEN) – Sonntag, 17.00 Uhr (live auf Eurosport)

Tatran Presov (SLK) – IK Sävehof (SWE) – Sonntag, 16.00 Uhr

Montpellier Agglomeration HB (FRA) – MKB Veszprem (HUN) – Sonntag, 17.30 Uhr

Nach der Heimniederlage gegen Montpellier und dem hart erarbeiteten Pflichtsieg in Sävehof will der HSV zum Abschluss noch einmal glänzen und sich zudem für die überraschende 30:32-Niederlage in Kolding revanchieren, als Lars Christiansen die Hamburger quasi im Alleingang besiegte. Rein rechnerisch braucht der Bundesliga-Tabellenführer noch einen Punkt gegen die Dänen, um den dritten Platz zu verteidigen, aber alles andere als einen Sieg wollen Jogi Bitter & Co. ihren Fans nicht antun. Kolding präsentierte sich zuhause stärker als auswärts, auch wenn KIF die Topspiele gegen Veszprem und Montpellier auch in heimischer Halle verlor.

In Montpellier wird derweil der Gruppensieg entschieden: Die Franzosen, die sechs CL-Spiele in Folge gewannen, müssen gegen den aktuellen Spitzenreiter Veszprem mit zwei Toren gewinnen, um die Nummer eins zu werden. Der Ex-Kieler Vid Kavticnik sowie Weltmeister Michael Guigou werden dabei allerdings verletzt fehlen. Veszprem setzt vorrangig auf seinen „Mann mit dem goldenen Arm“, den Serben Marko Vujin, mit 83 Treffern Nummer eins der CL-Torschützenliste. Im dritten Spiel der Gruppe B geht es um die goldene Ananas, wenn gleich die Slowaken aus Presov hoffen, gegen Sävehof im zehnten Spiel endlich den ersten Sieg zu feiern.

 

Gruppe C:

Chekhovski Medvedi (RUS) – Dinamo Minsk (BLR) – Donnerstag, 19.00 Uhr

Cuatro Rayas Valladolid (ESP) – Kadetten Schaffhausen (SUI) – Samstag, 18.00 Uhr

AaB Handball (DEN) – Pick Szeged (HUN) – Sonntag, 15.50 Uhr

 

Gibt es Bruderhilfe von Russen für Weißrussen? Diese Frage wird bereits morgen beantwortet. Chekhov steht schon als Gruppensieger fest, Minsk braucht dringend zwei Punkte, um Schaffhausen noch überholen zu können. Sollten die Weißrussen nicht gewinnen, steht Schaffhausen bereits als Achtelfinal-Teilnehmer fest. Aber die Schweizer können sogar noch höher hinaus: Gewinnen Sie mit mehr zwei Toren Differenz in Valladolid und setzt sich Szeged bei den bereits ausgeschiedenen Aalborgern durch, würde Valladolid sogar noch auf den vierten Platz abrutschen – womit der Einzug ins Viertelfinale fast schon ausgeschlossen wäre.

 

Gruppe D:

SG Flensburg-Handewitt (GER) – Bosna Sarajevo (BIH) – Mittwoch, 19.00 Uhr (live auf Eurosport)

HCM Constanta (ROM) – Renovalia Ciudad Real (ESP) – Donnerstag, 19.00 Uhr

RK Croatia Ossiguranje Zagreb (CRO) – HC St. Petersburg (RUS) – Samstag, 17.30 Uhr

 

Wer glaubt, die Rechenspiele in Gruppe C seien schon kompliziert, sollte sich mit Gruppe D befassen. Vor dem letzten Spieltag stehen in Ciudad Real, Flensburg und Zagreb zwar schon drei Achtelfinalisten fest, aber sonst ist noch gar nichts klar. Ciudad Real kann noch Erster oder Zweiter werden, für Flensburg reicht die Spannweiter von Platz eins bis drei, für Zagreb von zwei bis drei. Und alle drei übrigen Mannschaften können sich noch fürs Achtelfinale qualifizieren.

Die SG wird heute voll auf Sieg spielen, aber schon mit einem Remis wäre Rang zwei gesichert. Doch Vorsicht: Gegner Sarajewo, der das Hinspiel zuhause klar mit 23:35 verlor, hat sicher erheblich gesteigert, gewann zuletzt zweimal in Folge gegen Constanta und St. Petersburg und liegt vor dem letzten Spieltag einen Punkt vor diesen beiden Konkurrenten. Mit einem Sieg wäre Bosna fürs Achtelfinale qualifiziert, doch die zuhause ungeschlagenen Flensburger sind trotz der Personalsorgen klarer Favorit. Mit einem Erfolg könnte die SG sogar noch Ciudad Real unter Zugzwang setzen.

Die Spanier gastieren am Donnerstag in Constanta – und benötigen in Rumänien noch einen Punkt, um Gruppensieger zu werden, was durchaus im Rahmen der Möglichkeiten liegt. Endgültig entschieden wird zumindest Rang vier am Samstag in Zagreb.