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Manipulations-Affäre

Vorletzter Fall geklärt: Sperren für Togliatti

Der vorletzte Fall von insgesamt acht im Handball-Skandal ist gelöst. Der Europäische Verband EHF steht unmittelbar vor dem Abschluss der Manipulations-Affäre.

Jetzt wartet man in Deutschland nur noch auf die Entscheidungen zum Champions-League-Finale 2007 zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg- Handewitt. Allerdings will der Dachverband in Wien erst den Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen in Kiel abwarten.

Im siebten Fall wurden zwei Vertreter eines russischen Clubs gesperrt. Wegen erwiesenen Manipulationsversuchs beim Champions- League-Spiel der Frauen zwischen HC Lada Togliatti und Slagelse FH/Dänemark am 21. Januar 2006 in Togliatti hat das Schiedsgericht der EHF zudem eine Geldstrafe in Höhe von 30 000 Euro gegen den Club verhängt. Togliatti-Funktionär Oleg Jepifanow wurde für fünf Jahre, Vereins-Managerin Julia Visner für zwei Jahre gesperrt. Beide dürfen in diesem Zeitraum keine Funktionen oder Tätigkeiten in der EHF wahrnehmen und auch nicht am internationalen Wettbewerb teilnehmen.

Das Schiedsgericht hat festgestellt, dass Jepifanow versucht hat, die deutschen EHF-Schiedsrichter Holger Fleisch und Jürgen Rieber (Ostfildern/Nürtingen) mit Geld vor dem Gruppenspiel, das Togliatti mit 29:28 gewann, zu manipulieren. «Dies ist eine unzulässige Handlung, die als schwerwiegend eingestuft wird», teilte die EHF mit.

Der damaligen Clubmanagerin Visner wird zudem zur Last gelegt, sie habe bei der Aufarbeitung der Manipulationen nicht die nötige Zusammenarbeit an den Tag gelegt. Sollte der Verein in den nächsten vier Jahren erneut straffällig werden, droht eine Zwei-Jahres-Sperre für den internationalen Wettbewerb. Der Club kann gegen das Urteil in den nächsten drei Wochen Berufung einlegen. Bei der Aufarbeitung der Skandale durch die EHF wurde zuletzt bereits der ukrainische Referee Walentin Wakula wegen eines Manipulationsversuches vor dem Champions- League-Spiel Togliatti gegen Viborg HK für vier Jahre gesperrt.

Die technische Analyse des Spiels von unabhängigen Experten ergab, dass das deutsche Gespann Fleisch/Rieber die Partie ordnungsgemäß geleitet hat und es keine Hinweise auf eine einseitige oder unausgewogene Regelauslegung gab. Die Schiedsrichter hatten den Bestechungsversuch im Verlaufe der EHF-Umfrage gemeldet und Details dem Dachverband mitgeteilt.