THW Kiel - Kiels Torwart Thierry Omeyer vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Zagreb - „Wir fangen wieder bei null an“ - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
Kiels Torwart Thierry Omeyer vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Zagreb

„Wir fangen wieder bei null an“

Drei Champions-League-Titel stehen für Thierry Omeyer schon zu Buche, einer mit Montpellier, zwei mit Kiel. Und 2012 will der Torwart, der zudem in zwei weiteren CL-Finals stand, zum nächsten Streich ansetzen. Nach dem Unentschieden im Viertelfinalhinspiel in Zagreb muss der deutsche Rekordmeister das Rückspiel vor heimischer Kulisse am Sonntag gewinnen, um sich zum zweiten Mal nach 2010 für das VELUX EHF FINAL4 in Köln zu qualifizieren. Omeyer – Olympiasieger, Dreifach-Weltmeister, Doppel-Europameister und Welthandballer geht davon aus, dass sich die „Zebras“ ihr Ticket sichern werden.

 

War das Remis in Zagreb ein Punktgewinn oder ein Punktverlust?

Thierry Omeyer: Wir lagen zwischenzeitlich sieben Tore in Rückstand, somit ist das Remis am Ende ein gutes Ergebnis. Wir wollten dort gewinnen, aber es hat alles nicht so funktioniert, wie wir es wollten. Aber wir können das Viertelfinale im Rückspiel immer noch für uns entscheiden.

Welche Probleme hatte der THW im Hinspiel?

Wir haben viele Tore durch Gegenstöße und zweite Welle kassiert, weil wir uns im Angriff zu viele Fehlwürfe geleistet haben. Und auch die Abwehr war nicht überragend. Aber trotz des Sieben-Tore-Rückstands haben wir immer an uns geglaubt, und in den letzten zehn Minuten haben wir unsere normale Leistung abgerufen und haben viele einfache Tore erzielt.

Hat Kiel die Kroaten unterschätzt?

Nein, alle Mannschaften, die das Viertelfinale der VELUX EHF Champions League erreichen, sind Topteams. Zagreb hat viele erfahrene Spieler, sie haben in Barcelona gewonnen und zuhause gegen Barcelona nur mit einem Tor verloren. Die Mannschaft hat eine sehr hohe Qualität. Entscheidend für unsere Probleme war die Phase, als wir von plus fünf Toren auf minus sieben Tore zurückfielen, das hat nichts mit Unterschätzen zu tun.

Kiel ist immerhin die einzige Mannschaft aus dem ersten Lostopf, die das Hinspiel nicht verloren hat. Ist das ein gutes Vorzeichen für das Rückspiel am Sonntag?

Es ist Halbzeit und wir fangen bei null an. Das VELUX EHF FINAL4 ist unser Ziel, und dafür müssen wir das Rückspiel gewinnen. So einfach ist das.

Innerhalb von zwei Tagen kann der THW zwei Saisonziele erreichen: Zunächst die Teilnahme am VELUX EHF FINAL4 am Sonntag, dann dienstags die Deutsche Meisterschaft. Ist das eine besondere Motivation?

Wir denken erst einmal nur an Zagreb, das ist das viel wichtigere Spiel. Was die Deutsche Meisterschaft betrifft, brauchen wir noch einen Punkt. Wir wissen, dass es irgendwann so weit ist. Daher gilt unsere Konzentration nur Zagreb.

Vor einem Jahr schied der THW im Viertelfinale aus – gegen den späteren CL-Sieger FC Barcelona. Denken Sie vor dem Rückspiel gegen Zagreb noch an diese Partien zurück?

Das Spiel gegen Barcelona war letztes Jahr, jetzt haben wir eine neue Saison. Zudem ist es seinerzeit bei uns nicht so gut gelaufen, wie es momentan läuft. Wir gewannen zwar zwei Titel, haben aber Meisterschaft und Champions-League-Sieg verpasst. 2011 ist vorbei, wir schauen nach vorne.

Blickt man allerdings zwei Jahre zurück, dürften angesichts des Champions-League-Siegs in Köln positivere Erinnerungen aufkommen…

Das war ein sehr schöner Sieg, wir denken gerne an Köln zurück, aber auch hier gilt: Wir schauen nicht auf die Titel, die wir schon gewonnen haben, sondern auf die, die wir noch gewinnen wollen. Das VELUX EHF FINAL4 ist eine tolle Sache für jeden Sportler – und deswegen wollen wir dieses Jahr auch wieder dort hin.