Rhein-Neckar Löwen - „Löwen“-Trainer Ola Lindgren im HW-Interview vor dem CL-Viertelfinale - „Wir glauben an unsere Chance“ - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
„Löwen“-Trainer Ola Lindgren im HW-Interview vor dem CL-Viertelfinale

„Wir glauben an unsere Chance“

Er sieht einen Aufwärtstrend und er sieht Chancen aufs Erreichen des Final4 in Köln, obwohl der Gegner leicht favorisiert ist: Ola Lindgren, der Trainer der Rhein Neckar Löwen, geht vor dem Hinspiel in Mannheim am Sonntag davon aus, dass die Entscheidung erst eine Woche später in Kiel fällt. Im Interview mit handballwoche.de-Mitarbeiter Björn Pazen äußert sich der Schwede auch zur Personalsituation seines Teams und zur Taktik, wie die Löwen die Zebras schlagen wollen.

> Wie war Ihre erste Reaktion nach der Viertelfinal-Auslosung?

Ola Lindgren: Es war natürlich klar, dass wir im Viertelfinale einen schweren Gegner erwischen würden, wir hatten allerdings darauf gehofft, nicht auf eine deutsche Mannschaft zu treffen. Aber wir glauben an unsere Chance, auch wenn der THW Kiel Favorit ist.

> Die Löwen haben mit viel Pech das deutsche Pokal-Finale verloren, wirkt das vor dem Champions-.League-Spiel noch nach?

Ola Lindgren: Im Gegenteil, wir können auf unsere Leistung, die wir in Hamburg gezeigt haben, aufbauen. Ich war sehr zufrieden mit unserem Spiel, sieht man von der unglücklichen Schlussphase ab. Das Finale nährt unsere Hoffnung, dass wir gegen Kiel bestehen können, wir schöpfen Mut daraus.

Wieder einmal muss Ihre Mannschaft gegen den THW Kiel antreten. Im Vorjahr schieden die Löwen im Halbfinale der CL aus, in dieser Saison gab es in der Liga zwei Niederlagen. Wie sehen Sie die Chancen der Löwen?

Ola Lindgren: Man kann nicht immer von der Geschichte leben, deswegen blicken wir voraus. Es sind zwei neue Spiele mit zwei neuen Herausforderungen. Wir können höchstens aus unseren Ligaspielen lernen, aber wir haben uns seitdem enorm verbessert.

> Viele Ihrer Spieler waren vergangenes Wochenende im Norden mit den Nationalmannschaften unterwegs und hatten Probleme mit dem Heimflug. Wie sieht die Personalsituation aus?

Ola Lindgren: Die Isländer, die in ihrer Heimat spielten, kamen am Dienstagmorgen in Mannheim an, ich war Montagnachmittag wieder zu Hause, es sieht also gut aus. Wir haben zum Glück einen breiten Kader und können somit Ausfälle kompensieren. Was Gudjon Valur Sigurdsson betrifft, glaube ich nicht, dass er spielen kann. Er war zur Reha auf Island, mal sehen, wie es ihm geht.

> Ist es ein Vorteil oder Nachteil, dass sich beide Teams so gut kennen?

Ola Lindgren: Das kann man immer drehen und wenden, wie man will. Natürlich kennen wir uns sehr gut, aber mittlerweile kann man sich auch über jeden ausländischen Gegner hervorragend informieren. Es ist natürlich schade, dass zwei deutsche Teams im Viertelfinale aufeinandertreffen, zu einem späteren Zeitpunkt wäre das besser gewesen. Es ist natürlich ein brisantes Duell zweier Top-Mannschaften, und Kleinigkeiten werden über das Weiterkommen entscheiden, wie zum Beispiel die Tagesform der Torhüter. Aber wir haben unsere Chance.

> Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken des THW?

Ola Lindgren: Mit Thierry Omeyer haben sie natürlich einen Weltklasse-Torwart, daneben verfügt der THW über viel individuelle Klasse wie bei Jicha oder Narcisse, die Spiele ganz alleine entscheiden können.

> Ihre Mannschaft müssen Sie sicherlich nicht besonders für die Partien motivieren?

Ola Lindgren: Nein, auf keinen Fall. Es ist ein Champions-League-Viertelfinale und Champions League ist immer etwas Besonderes. Wir müssen uns auf eine optimale Vorbereitung konzentrieren und dann die richtige Taktik finden. Wir brauchen Konsequenz im Abschluss, müssen unsere Fehlerquote gering halten und setzen auf einfache Tore per Tempogegenstoß.

 

> Das Rückspiel ist in Kiel – was muss Ihre Mannschaft vorlegen, um weiterzukommen?

Ola Lindgren: Das erste Spiel bringt sicherlich nicht die Entscheidung, die fällt erst in Kiel. Für uns ist es nicht von Nachteil, dass wir zuerst zu hause spielen, denn wir haben in schwierigen Auswärtsspielen teilweise konstanter gespielt als zu Hause. Wir können also auch in Kiel gewinnen.

> Wie bewerten Sie generell das bisherige Abschneiden Ihres Teams in der Champions League?

Ola Lindgren: 9 Siege, zwei Remis, eine Niederlage in Veszprem – das ist doch eine gute Bilanz, wenn wir auch durch die Heim-Remis gegen Kielce und Velenje möglicherweise den Gruppensieg vergeben haben. Vor allem die beiden Siege im Achtelfinale gegen Valladolid stimmen mich sehr zuversichtlich, da haben wir unsere tolle Form unter Beweis gestellt. Zudem haben wir auswärts in Kielce, Velenje und Chambery sehr überzeugt.

> Welche vier Teams qualifizieren sich fürs Final4?

Ola Lindgren: Das ist eine sehr schwere Frage. Beim Blick auf die Viertelfinals ist für mich nur Montpellier gegen Chechov klar favorisiert, alle anderen Partien sind völlig offen.