Rhein-Neckar Löwen - Löwen im Viertelfinale der Champions League - "Wir sind noch nicht am Ziel" - Handball - Handball-M CL - Artikel - Handballwoche
Löwen im Viertelfinale der Champions League

"Wir sind noch nicht am Ziel"

Sie haben sich von allen Gerüchten um Spielerwechsel nicht vom Weg abringen lassen, haben auf dem Feld ihre Antwort gegeben – die Rhein Neckar Löwen haben zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte nach 2009 das Viertelfinale der Champions League erreicht. Nur vier Tage nach dem 31:28-Hinspielerfolg bei RK Zagreb genügte dem Team von Gudmundur Gudmundsson am Donnerstagabend ein 27:27 (11:9)-Remis zum Weiterkommen.

„Das ist ein Riesending. Wir können angesichts der schweren Vorrundengruppe und des harten Loses im Achtelfinales stolz sein“, sagte Gudmundsson nach der Partie. Nun freuen sich die Löwen auf ihren nächsten Gegner – allerdings wollen sie auf ihrem Weg zum Traumziel Köln einem möglichen deutsch-deutschen Viertelfinalduell gegen den THW Kiel aus dem Weg gehen. „Wir wollen europäisch bleiben“, meinte Manager Thorsten Storm, „wir haben unser erstes Ziel erreicht. Alles was jetzt kommt, ist obendrauf. Und wir sind gerne obendrauf.“

Die Partie war von der ersten bis zur 60. Minute ausgeglichen – im Endeffekt zehrten die Löwen bis zum Schluss vom Drei-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel. „Zagreb war deutlich besser als in der ersten Partie“, meinte auch Löwen-Kroate Ivan Cupic. Seine Landsmänner mussten auf vier verletzte Spieler verzichten, daneben waren Ivano Balic und Tonci Valcic angeschlagen. Die vielen kroatischen Fans in der SAP-Arena feierten daher jeden Ballkontakt Balics, der in der zweiten Hälfte mehrfach sein Können aufblitzen ließ. „Angesichts dieser Personalkonstellation ist ein Remis ein Erfolg für uns – gegen eine der besten Mannschaften Europas, der ich zutraue, das Final4- zu erreichen und auch zu gewinnen“, lobte Gästetrainer Ivica Obrvan.

In der ersten Hälfte dominierten beide Defensivreigen inklusive der starken Torhüter Slawomir Szmal (Löwen) und Marin Sego (Zagreb) – nach 15 Minuten standen erst vier Feldtore zu Buche. Den Badenern fehlte ein echter Ideengeber auf der Spielmacherposition – Börge Lund war zu sehr mit Defensivaufgaben betraut, Zarko Sesum ist kein Denker und Lenker, Gudjon Valur Sigurdsson saß 60 Minuten auf der Bank und Andy Schmid kam erst in der Schlussphase aufs Feld.

So waren es vornehmlich Einzelaktionen, die die Löwen nach vorne brachten – eine ganz starke Leistung bot Olafur Stefansson, der mit drei Treffern in vier Minuten die Gastgeber vor 7686 Fans beim 10:7 (26.) erstmals mit drei Treffern in Front brachte. Er erzielte auch das 12:9 gleich nach der Pause – die letzte Drei-Tore-Führung der Löwen. „Nach der Pause stand unsere Defensive nicht mehr so gut, dafür waren wir im Angriff besser“, sagte Gudmundsson, dessen Team ab dem 12:12 (34.) um den Sieg zittern musste. In Hälfte zwei war es dann ein anderer Routinier, der die Löwen im Spiel hielt: der siebenfache Torschütze Grzegorz Tkaczyk. „Das ausgerechnet zwei Spieler, die uns verlassen werden – Stefansson und Tkaczyk – eine solche Leistung bringen, zeigt doch, dass sie mit uns noch Titel gewonnen wollen“, lobte Storm.

Vier Minuten vor dem Ende lagen die Badener dann beim 23:24 erstmals im Hintertreffen – wendeten die Gefahr durch einen schnellen Doppelschlag von Stefansson  und Gensheimer (insgesamt neun Tore, 19 in der Addition beider Achtelfinals) aber wieder ab. Mit dem Schlusspfiff traf Gensheimer erneut – der Treffer zählte aber nicht mehr, es blieb beim 27:27. „Schade, ich hätte gerne gewonnen“, sagte Cupic, während sein Trainer bereits die nächsten Liga-Hürden im Visier hat – die eine Vorentscheidung beinhalten können, ob die Löwen auch nächste Saison in der „Königsklasse“ spielen: „Melsungen, Kiel, Flensburg, das sind Hammerdinger – und wir haben gegen Zagreb viel Kraft gelassen.“

Als erste Mannschaft vor den Löwen hatten am Donnerstag die Russen von Medvedi Chechow – wie im Vorjahr – das Viertelfinale erreicht. Nach dem deutlichen 31:22 im Hinspiel bei Bosna Sarajewo gewannen die „Bären von Chechow“ auch zuhause klar mit 30:17. Sie wären ein potenzieller Gegner der Badener im Viertelfinale.

KOMMENTARE

Handballer2105, 03.04.11, 10:23 Uhr
Ich stimme meinem Vorredner bezüglich Andy Schmidt zu. In meinen Augen spielt er zu wenig. Dies gilt in meinen Augen mehr »
Löwe, 01.04.11, 12:55 Uhr
was im artikel steht zum thema angriff,dem muss ich zustimmen. auf mitte ging nichts. sesum ist einfach kein mehr »
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