SVH/MEG Kassel droht der Absturz
04.11.09 - 13:36
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Einem hoch ambitionierten Regionalligisten droht ein tiefer Sturz. Die Spielbetriebsgesellschaft des SVH/MEG Kassel musste nach der Pleite des namensgebenden Hauptsponsors Insolvenz anmelden, dem Team droht der Ausverkauf.
Vor gut zwei Jahren war Mehmet Göker mit seiner Firma MEG, die Versicherungen vermittelt, als Sponsor beim Traditionsverein SVH Kassel eingestiegen – mit großen Plänen. „Die SVH Kassel soll in fünf Jahren als MEG Kassel im Handball-Europapokal spielen“, sagte er damals.
Prominentes Team zusammengekauft
In der vergangenen Saison wurde der angepeilte Aufstieg in die Zweite Liga verpasst, obwohl das Team des isländischen Trainers Adalsteinn Eyolfsson mit seinen Landsleuten Spielern Gudjon Finnur Drengsson, Johann Gunnar Einarsson und Daniel Berg Gretarsson sowie den erst- und zweitliga-erfahrenen wie Marco Stange, Maros Kolpak, Igor Sharnikau, Matthias Aschenbroich, Nico Greiner und Alexander Koke ein prominentes Team zusammengekauft worden war.
Im September hatte der Versicherungskonzern Aragon den Vereinssponsor gekauft, nach näherer Prüfung sah der neue Eigentümer keine ausreichende wirtschaftliche Grundlage für das Unternehmen und verkündete die Zahlungsunfähigkeit. Von der Insolvenz betroffen von der Insolvenz sind außer den Drittliga-Handballern und Box-Weltmeister Arthur Abraham auch andere bisher gesponserte Sportvereine. Beim Göttinger Basketball-Bundesligisten war MEG ebenfalls Namenssponsor, auch die Kassel Huskies sind im Eishockey erstklassig, bei den Rhein-Neckar Löwen war die Firma auf dem Ärmel als Werbepartner präsent.
Koke ist schon weg
Der Tageszeitung „HNA“ sagte Joachim Botte, der stellvertretende sportlicher Leiter des SVH, dass der Verein auch ohne den Großsponsor weiterspielen wolle: „Allerdings können wir keinen Spieler, bei dem der Vertrag nicht erfüllt wird, zwingen zu spielen." So hat sich der Ex-Dormagener Alexander Koke bereits davongemacht, der Rückraumspieler wechselte zum Zweitligisten ThSV Eisenach.
Sportdirektor Michael Kopeinigg, der gleichzeitig Finanzvorstand der MEG war, hofft trotzdem weiter: „Wir versuchen den Spielbetrieb aufrechtzuhalten und versuchen die ausgefallenen Sponsorengelder durch Beiträge anderer Sponsoren aufzufangen.“
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