THW Kiel - TV Großwallstadt - TVG verliert die Pokal-Partie gegen den THW Kiel ausgerechnet mit 6:4 - Großwallstadts Angst vor der Überzahl - Handball - Handball-M DHB-Pokal - Artikel - Handballwoche
TVG verliert die Pokal-Partie gegen den THW Kiel ausgerechnet mit 6:4

Großwallstadts Angst vor der Überzahl

Kopfschüttelnd saß Peter David eine halbe Stunde nach dem Pokal-Aus in den Katakomben der Aschaffenburger Arena. „Wenn mit vorher jemand gesagt hätte, dass wir gegen Kiel ausscheiden, hätte ich gesagt okay, so ist es wohl“, resümierte der Trainer des TV Großwallstadts. „Aber dass wir bei Überzahl 6:4 das Spiel verlieren . . .“

Es hatte in der Tat tragikomische Züge, wie der TVG sich erst nach der Pause von einem Fünf-Tore-Rückstand bis auf 17:18 heranarbeitete und dann nicht in der Lage war, den Ausgleich zu erzielen. Dreimal wurde Ball vorne verdaddelt, der überragende Großwallstädter Torhüter Mattias Andersson bügelte das jeweils gegen seine ehemaligen Teamkameraden wieder aus.

Zwei Tore in 4:6-Unterzahl

Dann mussten kurz nacheinander Marcus Ahlm und Momir Ilic für zwei Minuten raus. Doch in 6:4-Überzahl wirkten die Hausherren endgültig wie gelähmt, schaften nicht mal einen Wurf aufs Tor. „Da haben sie angefangen zu denken“, versuchte Coach David den Blackout zu erklären, „was bei fünf Toren Rückstand oder gegen Dormagen oder Balingen automatisch funktioniert, geht plötzlich nicht mehr.“ Auf der anderen Seite erzielten Dominik Klein mit einem Gewaltwurf von Linksaußen und Daniel Narcisse per Kempa-Trick zwei Traumtore für die nur vier ‚Zebras‘ – die Sensation fand nicht statt.

Der Rest war mehr oder weniger routiniertes Ausspielen der individuellen Klasse von Narcisse, Ilic oder Kim Andersson, Großwallstadt kam nie wieder nah genug heran, um am Pokal-Coup zu schnuppern. „Ich bin sehr froh, dass wir heute gewonnen haben“, sagte THW-Kapitän Ahlm, „schließlich wollen wir unbedingt wieder ins Final Four nach Hamburg.“

Müdigkeit kann kein Grund sein

Sein Trainer war alles andere als zufrieden. „Wir wollten den Sieg nur noch verwalten nach der Pause, das wäre beinahe schief gegangen“, schimpfte Alfred Gislason, der auch die Reisestrapazen nach dem Wochenendetrip zum Champions-League-Spiel in Skopje nicht als Entschuldigung akzeptierte: „Wenn es April oder Mai wäre, könnten die Jungs müde sein, aber nicht schon Ende Oktober . . .“