HSV Hamburg - Beim HSV bleibt ein schlechtes Gefühl zurück - Handball - Handball-M EHF-Cup - Artikel - Handballwoche
 

Beim HSV bleibt ein schlechtes Gefühl zurück

Martin Schwalb hatte nichts unversucht gelassen, um vor dem Rückspiel gegen den polnischen Meister Vive Targi Kielce zu warnen. Bis zu seiner Mannschaft aber war er nicht vollends durchgedrungen. Der HSV Hamburg verlor nach dem sicheren 30:24 im Hinspiel das Duell in eigener Halle mit 27:30 und zeigte dabei ungewohnte Schwächen.

Die 2.922 Zuschauer mussten mehr zittern, als die meisten von ihnen erwartet und erhofft hatten. Vor allem in der ersten Halbzeit drohte die Situation brenzlig zu werden. Nach einer Viertelstunde hatte Kielce vier Treffer aufgeholt. Der HSV hatte bis dato im Angriff viel zu statisch agiert und in der Abwehr die nötige Aggressivität vermissen lassen. Vor allem Tomasz Rosinski und Rastko Stojkovic nutzten die sich bietenden Freiräume. Auch Per Sandström agierte glücklos und musste nach einer Viertelstunde Johannes Bitter den Vortritt lassen. Zusammen mit einer Auszeit Schwalbs war es das richtige Signal an das Team, das auch in der Folge alles andere als eine Glanzleistung ablieferte, allerdings auch nicht in ernsthafte Gefahr geriet, noch aus dem Wettbewerb auszuscheiden. "Davor hatte ich nie Angst", so Bitter, der dafür zu einem guten Teil selbst verantwortlich war. In der Schlussphase parierte er beim Stand von 24:26 bravourös gegen Rosinski (52.), ließ danach auch Podsiadlo (54.) und Zaremba (54.) verzweifeln und wurde dadurch zum Matchwinner.

"Wir sind im Viertelfinale, aber zurück bleibt ein schlechtes Gefühl", gab Blazenko Lackovic sich dennoch enttäuscht. "Alle hatten gedacht, das Ding ist schon durch. Und was passiert, wenn man nicht 100 Prozent Gas gibt, hat man dann halt gesehen." Auch Torsten Jansen sah "Schwächen, die man von uns so nicht kennt. Wir sind nicht mit der Entschlossenheit zum Tor gegangen und haben uns Fehler beim Gegenstoß erlaubt, die uns sonst nicht unterlaufen. Aber es ist immer gefährlich, wenn man auswärts scheinbar klar gewinnt. Dadurch sind wir nicht richtig in den Rhythmus gekommen."

Und dennoch blickte der HSV optimistisch auf die kommenden Aufgaben. Krzysztof Lijewski, der mit einer Muskelreizung in der linken Schulter aussetzen musste: "Man darf jetzt nicht den Fehler machen und aus solch einem Spiel Rückschlüsse auf das Final Four ziehen."