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Beste Unterhaltung

Der SC Magdeburg ist auf die europäische Handballbühne zurückgekehrt. Die Mannschaft um Trainer Frank Carstens hatte vor 5.064 Zuschauern in der Bördelandhalle ihre Hausaufgaben mit einem 35:27 (18:13)-Sieg gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke gemacht und dabei eine souveräne Vorstellung abgeliefert. Hinzu gesellte sich die Hoffnung auf den EHF-Pokalsieg Frisch Auf Göppingens im innerdeutschen Duell gegen den TV Großwallstadt, die dann auch erfüllt werden sollte. Aus einer homogenen SCM-Truppe ragten Robert Weber als neunfacher Torschütze, Jure Natek und Kreisläufer Bartosz Jurecki (je 6 Treffer) heraus. Insbesondere Jurecki lieferte eine Weltklasseleistung ab. Bei den Gästen gefiel Arne Niemeyer, er war sechsmal erfolgreich.

Bis Mitte der ersten Halbzeit hatte sich der SC Magdeburg 12:8 in Führung geworfen, als das erste Mal stürmischer Beifall in der Halle aufbrandete. Der Hallensprecher verkündete den Göppinger Pokalsieg, der Magdeburger Träume wahr werden ließ und ihnen den Weg zum internationalen Geschäft freischaufelte. TuS-Trainer Markus Baur gratulierte dann auch und freute sich für den SCM "auf mehr Spiele und weniger Training". Mannschaft und Trainer waren auf die Minute topfit und auf dieses Spiel fokussiert. Zudem war der unbedingte Wille zu spüren, diese Chance beim Schopfe zu packen. Hier sah Frank Carstens "deutliche Fortschritte gegenüber dem Hannover-Spiel", monierte aber ähnlich wie Trainerkollege Baur auch das Rückzugsverhalten seines Teams bei Ballverlusten.

In der Tat war es so, dass die Nettelstedter Niederlage durchaus höher hätte ausfallen können. Die Magdeburger wollten ihren Fans etwas bieten, so blieben Stockfehler nicht aus. Allerdings schmälert das nicht die überlegene Vorstellung des SCM. Ein sich in Verlauf der Partie steigernder Torhüter Dario Quenstedt hielt mehrfach glänzend und im Verbund mit starker Deckungsarbeit kam die Heimsieben zu Tempogegenstößen, die in 50 Prozent der Fälle erfolgreich abgeschlossen wurden. Zur Halbzeit führte der SC Magdeburg völlig verdient mit fünf Toren Vorsprung (18:13).

Nur einmal noch, Nettelstedt verkürzte durch Niemeyer schnell auf 17:19, hofften die Gäste auf ein erfolgsversprechendes Ergebnis. Doch der SCM hielt das Tempo hoch und als Jure Natek einen erweiterten Gegenstoß zum 30:21 verwertete, fanden auch die Fans kein Halten mehr. Die "La Ola" schwappte durch die Bördelandhalle, Ausdruck der Begeisterung über ein höchst unterhaltsames Bundesligaspiel. So sahen es beide Trainer auch bei der Pressekonferenz. Markus Baur freute sich über Quenstedts gute Leistung, "wir bekommen einen guten Torhüter. Allerdings hat er heute den einen oder anderen Ball zuviel gehalten." Frank Carstens zeigte sich "superglücklich mit dieser für uns so erfolgreichen Saison". Er hatte mit seinem unentwegten leidenschaftlichen Einsatz seine Truppe hellwach gehalten.

Zu den Geburtstags-Glückwünschen für SCM-Schlussmann Gerrie Eijlers, der sich von seiner Verletzung erholt, mischte sich die Sorge um Yves Grafenhorst. Er hatte sich bei einer Angriffsaktion eine Verletzung zugezogen und konnte nicht weiterspielen.