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VfL verschafft sich nur ein dünnes Polster

Cupsieger: Gummersbach hat einige Probleme mit den Portugiesen

Der VfL Gummersbach verschaffte sich im Achtelfinal-Hinspiel des Europapokals der Pokalsieger gegen ABC de Braga zwar ein Vier-Tore-Polster für das Rückspiel (20. Februar in Braga), aber ein Freibrief für die nächste Runde ist der schwer erkämpfte 30:26 (13:12)-Sieg für die Oberberger noch lange nicht. Der Tabellenzweite der portugiesischen Liga erwies sich in der Eugen-Haas-Halle als erstaunlich ballsicher und technisch versiert und stellte die Gummersbacher mit seiner disziplinierten Spielweise vor große Probleme. Außerdem erwiesen sich die Gäste von der iberischen Halbinsel als äußerst robuste und physisch starke Mannschaft, die vor allem in der Abwehr recht rustikal zupackte.

Dabei sah es zu Beginn so aus, als ob die Gummersbacher da fortfahren würden, wo sie gegen den THW Kiel aufgehört hatten. Schnell führten sie 2:0 und die VfL-Zuschauer stellten sich gedanklich schon auf ein Schützenfest ein. Aber diese Rechnung hatte der VfL ohne die Gäste gemacht. In der Abwehr standen die Portugiesen vor allem im Mittelblock sehr gut, so dass VfL-Kreisläufer Robert Gunnarsson kaum eine Lücke fand. Außerdem vernachlässigten die Gummersbacher das Flügelspiel. Andererseits wurde der mit einer Knieverletzung pausierende Rechtsaußen Vedran Zrnic auch schmerzlich vermisst.

Da sich die Gummersbacher zudem viele Fehlabgaben und Ballverluste leisteten, außerdem das ein oder andere Mal an dem portugiesischen Nationaltorhüter Hugo Figuera scheiterten, ließen sich die Gäste nicht abschütteln. Im Gegenteil, in der 25. Minute hatten sie beim 10:10 den Ausgleich geschafft. Und dass der VfL einen hauchdünnen Vorsprung mit in die Kabine nahm, hatte er Torhüter Goran Stojanovic zu verdanken, der nicht nur einen Siebenmeter entschärfte, sondern kurz vor dem Pausenpfiff auch noch einige hundertprozentige Chancen der Gäste vereitelte.

Wer nach dem Seitenwechsel auf mehr Konzentration bei den Gastgebern gehofft hatte, sah sich bald enttäuscht. Braga spielte nun auf Augenhöhe und in der 39. Minute bahnte sich eine Sensation an, als den Gästen beim 18:17 erstmals die Führung gelang. Dies war aber wohl der richtige Weckruf für den VfL, der einige Zeitstrafen für die Gäste (unter anderem die rote Karte für Luis Bogas) für einen Zwischenspurt mit sechs Toren in Folge zum 23:18 nutzte. Nun wankte Braga, aber die Gäste fielen nicht: Danach unterliefen den Gummersbachern wieder einige Unkonzentriertheiten, so dass sie sich am Ende mit einem Polster von vier Toren begnügen mussten.