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Die HSG-Hoffnung stirbt zuletzt

Als sich die Fans der HSG Ahlen-Hamm 30 Sekunden vor dem Ende der Begegnung gegen die Füchse Berlin von ihren Sitzen erhoben, um ihre Mannschaft zu feiern, schwoll der Lautstärkepegel in der Maxipark-Arena noch einmal auf ohrenbetäubende Phonstärke an. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt bei einem Vier-Tore-Rückstand der HSG zwar entschieden, doch dank der Leistung, die das Team von Trainer Kay Rothenpieler zuvor lieferte, hatte es sich diese Geste verdient. Die deutliche 23:28-Niederlage gegen das für die Champions League qualifizierte Team aus der Hauptstadt täuschte: Die Ahlen-Hammer waren ein gleichwertiger Gegner. "Die Mannschaft hat sich super verkauft", lobte Rothenpieler sein enorm kampfstarkes Team, "wir können stolz sein." Zumal auch vom Gegner große Anerkennung kam. "Die Ahlen-Hammer hätten mehr verdient gehabt", sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. Dass am Ende eine erneute Niederlage auf dem Papier stand, kam zwar weniger überraschend, die Enttäuschung war im Lager der Gastgeber dennoch groß. "Der Spielverlauf zeigt ja, dass wir auch hätten gewinnen können", ärgerte sich HSG-Kapitän Mario Clößner. "Das ist schon ein bisschen enttäuschend."


Konzentration lässt nach

Der Knackpunkt: Auch gegen den Füchse nahm sich die HSG ihre obligatorische Auszeit. Dieses Mal verlor die Mannschaft die Partie zwischen der 39. und 47. Minute, als aus einem 17:16-Vorsprung ein 17:22-Rückstand wurde. Begünstigt durch drei Zeitstrafen gegen die Gastgeber - die einzigen der gesamten Partie - konterte das Team von Trainer Dagur Sigurdsson die HSG aus. "Später ließ die Konzentration bei uns nach, und dann waren wir übermotiviert und haben versucht, schnelle Entscheidungen zu nehmen", sagte Maik Machulla, der dieses Mal auf Halbrechts aushelfen musste, "das war genau das, was wir nicht machen wollten." So hatten die Gäste letztlich leichtes Spiel, obwohl die HSG den Rückstand in der Schlussphase noch einmal auf zwei Tore verkürzte (22:24/54.) und wieder einmal das Lob des Gegners einheimste. "Eigentlich hätten wir schon zur Pause nicht führen dürfen", sagte Sigurdsson.

Trotz der Niederlage hat die HSG noch immer eine theoretische Chance auf den Relegationsplatz - vorausgesetzt, es gelingt, noch drei Punkte aus der Partie in Melsungen und dem abschließenden Heimspiel gegen Flensburg einzufahren. "Abschenken werden wir es auf keinen Fall", versichert Clößner.