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Tanz auf drei Hochzeiten

EHF-Cup: Göppingen im Viertelfinale - Lob von Petkovic

Die Spieler von Frisch Auf Göppingen sind aus der eigenen "Hölle Süd", eigentlich eine ordentliche Lautstärke gewöhnt. Gegen die Sporthalle "Avtokomanda" in Skopje ist die Göppinger EWS-Arena aber nur ein laues Lüftchen. Ohrenbetäubender Lärm empfing die Mannen von Frisch-Auf-Coach Velimir Petkovic in der kleinen und engen Halle in der mazedonischen Hauptstadt. Aber der zweifache Europapokalsieger behielt die Nerven und bewahrte Ruhe, holte sich damit einen knappen, aber jederzeit verdienten 21:20-Sieg und zog somit nach dem 27:21-Hinspielerfolg in Göppingen erfolgreich ins Viertelfinale des EHF-Cups ein.

Die Gastgeber legten von Beginn an eine harte Gangart an den Tag. Dies nahmen die Grün-Weißen aber unbeeindruckt zur Kenntnis, denn der Altmeister hatte sich mental gut vorbereitet. "Wir wussten was uns hier erwartet", gab Petkovic Einblicke in die Strategie, "und deswegen haben wir viel darüber gesprochen, wie wir uns präsentieren. Die Marschroute war, dass wir uns nicht provozieren lassen."

Das ist den Schwaben gut gelungen, denn es war nicht einfach in diesem Hexenkessel zu bestehen. Bei jeder Gelegenheit wurden die Göppinger Spieler mit Schmähungen bedacht und gar angespuckt. Insbesondere Torwart Enid Tahirovic konnte ein Lied davon singen. Die Gastgeber wollten aber unbedingt noch etwas reißen. Und so ließ Trainerlegende Lino Cervar seine Akteure sehr offensiv decken. Dies schmeckte Göppingen zunächst nicht, dann aber brachte der eingewechselte Drasko Mrvaljevic das Angriffsspiel der Schwaben auf Linie. Der Ball lief nun gut in den Reihen von Göppingen. Dies funktionierte zunächst auch in der zweiten Hälfte. Dann kam Skopje wieder heran, aber Göppingen konzentrierte sich und konnte sich erneut absetzen. Was den Fans der Gastgeber gar nicht passte und mit Wurfgeschossen quittiert wurde.


Gute Schiedsrichterleistungen

Das sehr gut leitende dänische Schiedsrichtergespann ließ sich aber auch dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Gut zehn Minuten vor Schluss war abzusehen, dass der mazedonische Meister nicht mehr in der Lage sein würde, den Rückstand aus dem Hinspiel aufzuholen. Gewinnen wollte der Gastgeber aber schon. Nur die Schwaben eben auch, was am Ende gelang und wichtig war für die Moral: "Mein Team und ich hatten den Ehrgeiz hier in dieser Hölle zu gewinnen. Denn dieser Sieg gibt uns großes Selbstvertrauen für das nächste Spiel", freute sich Petkovic nach der Begegnung.

Und dieses Selbstvertrauen können die Schwaben gut gebrauchen, denn bereits heute abend wollen die Grün-Weißen in der "Hölle Süd" den SC Magdeburg aus dem Pokal kegeln, und damit den Einzug ins Final-Four in Hamburg klarmachen. Denn der Tanz auf drei Hochzeiten soll schließlich weitergehen...