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EHF-Cup: Istres HB kein Prüfstein für Flensburg

Erst ohne Rhythmus, am Ende aber doch souverän - die SG Flensburg-Handewitt ist mit dem erhofften klaren Sieg ins neue Handballjahr gestartet und hat nach dem 34:23 (16:12) über Istres HB im Achtelfinal-Hinspiel des EHF-Pokals das Viertelfinal-Ticket praktisch gelöst. "Mit dem ersten Spiel nach der langen Pause bin ich zufrieden, das war eine geglückte Generalprobe für die Bundesliga", meinte SG-Trainer Per Carlén.

26 Minuten lang hatte sich die SG gegen die spielerisch limitierten und körperlich unterlegenen Franzosen allerdings schwer getan. 13:12 hatte die Heimmannschaft zu diesem Zeitpunkt lediglich vorn gelegen, anfangs sogar mit 1:3 zurück gelegen. "Die Defensive war zu unbeweglich und zu passiv, und vorn fehlten Rhythmus und Tempo", bemängelte der 49-jährige Schwede.

Dass Istres kein Prüfstein für die Europacup erfahrenen Flensburger ist, wurde dann im zweiten Spielabschnitt deutlich. Die Franzosen waren überfordert und hatten der Dynamik und dem Tempo der SG nur noch ihren Einsatzwillen entgegen zu setzen. Bereits nach 36 Minuten führten die Flensburger mit 21:12, später 30:18 sowie 32:20 und hätten am Ende einen wesentlich klareren Erfolg landen können, wenn sie mit ihren Chancen zeitweise nicht so fahrlässig umgegangen wären. Das Erreichen des Viertelfinales ist damit nur noch Formsache. Das weiß auch Linksaußen Anders Eggert, mit neun Treffern erfolgreichster SG-Werfer gegen Istres: "Aber wir müssen dort erst ein gutes Spiel abliefern."

Unter dem Strich hatte nach 60 Minuten ein deutlicher Sieg gestanden. Aber Trainer und Spielern war nicht verborgen geblieben, dass bei den Flensburgern die Räder längst noch nicht wieder so ineinander griffen wie vor der EM-Pause. "In der ersten Halbzeit waren wir lange unkoordiniert, hatten keine Aggressivität in der Deckung und zu wenig Tempo im Angriff", meinte Tobias Karlsson. "Nach der Pause war es aber wesentlich besser." Das sah auch der Trainer so. "Wenn man sechs Wochen lang nicht zusammen gespielt hat, dauert es eben eine Halbzeit, bis es wieder einigermaßen funktioniert." Und Lasse Boesen ergänzte: "Training ist eine Sache, aber ein Spiel eine ganz andere."

Dennoch gab es einige positive Aspekte bei der SG. "Oscar ist wieder im Kommen", freute sich Per Carlén über die Leistung seines Sohnes, der zum Jahresende in ein "kleines Loch" gefallen war. Auch Lasse Boesen deutete an, dass mit ihm in der Rückrunde nach überstandener Wadenverletzung wieder zu rechnen ist. "Lasse ist wieder topfit, hat hart trainiert und viel an der Schnelligkeit gearbeitet, lobte Carlén. Einen mäßigen Einstand im SG-Trikot feierte dagegen Petar Djordjic. Drei Torwürfe gingen nicht ins Ziel. "Da war teilweise ein bisschen Pech dabei, teilweise habe ich aber auch dumm geworfen", meinte der 19-Jährige selbstkritisch. Doch davon lässt er sich nicht unterkriegen. "Beim nächsten Mal klappt es bestimmt."