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Ein bequemes Polster

Mit einem verdienten 27:21-Hinspielsieg über den mazedonischen Vertreter HC Metalurg Skopje hielt sich Frisch Auf Göppingen am Samstag alle Optionen für einen Einzug in die nächste Runde des EHF-Cup-Wettbewerbs offen. Sechs Tore Vorsprung sind ein gutes Polster für das Rückspiel am kommenden Samstag in der mazedonischen Hauptstadt.

Welches aber jetzt schon sein Schatten voraus wirft. Denn Skopjes exzentrischer Übungsleiter Lino Cervar machte gleich nach dem Spiel in Göppingen einen auf psychologische Kriegsführung. So blieb die kroatische Handballikone erst mal der Pressekonferenz fern, um dort durch seinen Co-Trainer Aleksandar Petrovski vermelden zu lassen, dass er schwer über die Leistung des isländischen Schiedsrichtergespanns verärgert sei.

Ein Verhalten, dass sein Göppinger Kollegen gar nicht so recht nachvollziehen konnte: "Solch eine Haltung enttäuscht mich. Skopje hat in letzter Zeit durch seine junge Mannschaft aufmerksam gemacht. Aber das Verhalten von Lino Cervar ist nicht gut für das Image seines Vereins", stellte Velimir Petkovic klar.

Dabei hätte Lino Cervar eigentlich mit der Leistung seiner Mannschaft ganz zufrieden sein können. Denn der mazedonische Meister macht in der ersten Hälfte den Schwaben das Leben ganz schön schwer. Clever verschleppte Skopje im Angriff das Tempo und langte in der Abwehr kräftig hin. Frisch Auf Göppingen tat sich damit sehr schwer.


Turbogang nach der Pause

Was sich zu Beginn der zweiten Halbzeit aber radikal änderte. Velimir Petkovic hat wohl in der Kabine die richtigen Worte gefunden, denn seine Jungs legten nun den Turbogang ein. Innerhalb von zehn Minuten distanzierten die Grün-Weißen den Gast vom Balkan auf sieben Tore (20:13/40.). Insbesondere die Flügelzange mit Christian Schöne und Dragos Oprea überzeugte in dieser Phase der Begegnung. Linksaußen Oprea spielte überragend und lieferte mit neun Toren eine länderspielreife Leistung ab.

Dennoch fightete der Gast aus Skopje auch im zweiten Durchgang weiter. Und so nimmt in Göppingen auch niemand das Rückspiel auf die leichte Schulter. Christian Schöne war schon zwei Mal in Skopje zu Gast und weiß wie es dort abgeht: "Das wird mal richtig lustig. Denn dort erwartet uns die Hölle. Wir dürfen uns aber nicht provozieren lassen und müssen einfach kühlen Kopf bewahren. Dann können wir auch dort etwas holen."